Mittwoch, 25. August 2010

Höher, schneller, jünger

  • Nina Strasser über Olympia für 14-Jährige

Wieder einmal sind Fotos aus China aufgetaucht, von Kleinkindern,
die mit schmerzverzerrten Gesichtern an Sprossenwänden hängen, um später einmal Olympiasieger zu werden. Sportler aus dem Reich der Mitte werden so früh auf Weltklasseniveau gedrillt, dass man bei ihrem Alter auch mal schummelt, damit sie bei Olympia früher als erlaubt teilnehmen können. Bei den ersten Jugend-Spielen in Singapur allerdings durften sich 14-Jährige ganz legal um Gold matchen. Die Youth Games, die das Austragungsland 222 Millionen Euro, das Internationale Olympische Komitee einen dreistelligen Millionenbetrag
kosteten, sollen laut IOC-Boss Jacques Rogge die Jugend früher "für Bewegung motivieren". Als würde es Sportlern, Trainern, Verbänden und Medien nicht primär um Medaillen gehen. Diese Spiele sind wohl eher ein Anreiz, noch früher noch mehr zu trainieren (und aus gesundheitlichen Gründen auch früher die Karriere zu beenden). Das Alterslimit der "echten" Spiele hinunterzuschrauben wäre weniger scheinheilig. Der Star in Singapur war übrigens mit sechsmal Gold die 17-jährige Schwimmerin Tang Yi aus – erraten – China. Die Youth Games finden 2012 mit der Winter-Version in Innsbruck ihre Fortsetzung.

25.8.2010 11:42