Athen beantragt erste 20 Mrd. Euro aus Hilfspaket: Auszahlung am besten "sofort"
- EU erhöht Spardruck auf verschuldete Euro-Länder
- Bei Gesamt-Verlust: 1.010 Euro für jeden EU-Bürger
·Euro-Schutz könnte 1.010 /Person kosten
Rechnerisch bei Gesamt-
Verlust des Hilfs-Pakets
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beflügelt die Aktien
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enorme Gewinne ein
·"Sonst werden sie
uns alle zerreißen"
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Griechenland will bei der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds eine erste Tranche aus dem Hilfspaket beantragen. Athen bittet um zunächst 20 Mrd. Euro, wie am Dienstag aus dem Finanzministerium in Athen verlautete. Die Auszahlung müsse "sofort erfolgen, vielleicht schon innerhalb des Tages", hieß es.
Griechenland ist hoch verschuldet und hat nach der mehrfachen Abwertung seiner Kreditwürdigkeit Probleme, neues Geld an internationalen Finanzmärkten zu leihen. EU und IWF hatten Athen Kredite von bis zu 45 Mrd. Euro allein für dieses Jahr zugesagt, innerhalb von drei Jahren sollen bis zu 110 Mrd. Euro fließen können. Bei der ersten Auszahlung sollen laut Athen 14,5 Mrd. Euro von den Euro-Staaten kommen, 5,5 Mrd. Euro vom IWF.
EU verlangt stärkere Sparanstrengungen
Die EU-Kommission verlangt indes von hochverschuldeten Euro-Ländern stärkere Sparanstrengungen. Spanien, Portugal, Italien und Frankreich müssten Anfang kommender Woche in der Gruppe der Euro-Finanzminister neue Sparvorschläge noch für dieses Jahr vorlegen, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn dem "Handelsblatt". In Deutschland gebe es dagegen keinen sofortigen Konsolidierungsbedarf. "Deutschland gehört zu den Ländern, die mehr finanzpolitischen Spielraum haben und ihre Konjunkturprogramme deshalb länger wirken lassen können", sagte Rehn. Damit helfe die Bundesrepublik dem Wirtschaftswachstum in der gesamten Euro-Zone.
Kommission soll Wettbewerbsfähigkeit überwachen
Nach Vorstellung Rehns soll die Kommission künftig nicht nur die Haushalte der Mitgliedstaaten, sondern auch deren Wettbewerbsfähigkeit stärker überwachen. "Wir müssen die ökonomischen Ungleichgewichte in der Euro-Zone beseitigen", sagte er dem "Handelsblatt". Dazu könnten volkswirtschaftliche Größen wie die Leistungsbilanz, Produktivität und Lohnstückkosten regelmäßig geprüft werden. Rehn sagte, hier sei auch Deutschland in der Pflicht, mit einer Ankurbelung der Binnennachfrage seinen hohen Handelsbilanzüberschuss zu verringern.
1.010 Euro pro Person
Die riesige Summe von 500 Mrd. Euro, der europäische Anteil am Euro-Stabilisierungspaket von insgesamt 750 Mrd. Euro, steht derzeit nur auf dem Papier: Es handelt sich um Haftungen der Staaten bzw. um Kreditlinien, die nur wenn notwendig überhaupt abgerufen werden und nur im absoluten Worst Case gar nicht mehr zurückgezahlt werden. Im schlimmsten Fall würden - bei Verlust der gesamten Summe - rein rechnerisch auf jeden der insgesamt 495 Millionen Bürger der 27 EU-Staaten dann 1.010 Euro entfallen - vom Baby bis zum Senior.
Auch umgerechnet in Luxusartikel bleibt die Summe hoch: 4.350 Yachten nach Bauart des Luxusschiffs "Alexander", die der reichsten griechischen Familie Latsis gehört und auf der auch schon prominente Leute wie Prinz Charles und Ex-US-Präsident George Bush senior urlaubten. Der Urlaub von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso auf der für 150 Mio. Dollar angeschafften Luxusyacht hatte 2005 sogar zu einem Misstrauensantrag im Europaparlament geführt, der abgelehnt wurde.
Wertschöpfung gar nicht einberechnet
Und für 500 Mrd. Euro ließen sich 3,33 Millionen Sportwägen kaufen - immerhin fast jeder 150. Europäer könnte in einen Sportwagen einsteigen und losfahren, falls das Geld in Porsche 911 Turbos angelegt werden würde. Dabei ist der Effekt durch die Wertschöpfung in Europa noch gar nicht einberechnet.
(apa/red)
