Dienstag, 11. Mai 2010

Euro-Stabilisierungspaket: Finanzspritze
könnte jeden EU-Bürger 1.010 Euro kosten

  • Im Worst Case, falls nicht mehr gezahlt werden kann
  • Athen erhält die ersten 5,5 Mio. Euro Finanzspritze

Die riesige Summe von 500 Mrd. Euro, der europäische Anteil am Euro-Stabilisierungspaket von insgesamt 750 Mrd. Euro, steht derzeit nur auf dem Papier: Es handelt sich um Haftungen der Staaten bzw. um Kreditlinien, die nur wenn notwendig überhaupt abgerufen werden und nur im absoluten Worst Case gar nicht mehr zurückgezahlt werden. Im schlimmsten Fall würden - bei Verlust der gesamten Summe - rein rechnerisch auf jeden der insgesamt 495 Millionen Bürger der 27 EU-Staaten dann 1.010 Euro entfallen - vom Baby bis zum Senior.

Auch umgerechnet in Luxusartikel bleibt die Summe hoch: 4.350 Yachten nach Bauart des Luxusschiffs "Alexander", die der reichsten griechischen Familie Latsis gehört und auf der auch schon prominente Leute wie Prinz Charles und Ex-US-Präsident George Bush senior urlaubten. Der Urlaub von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso auf der für 150 Mio. Dollar angeschafften Luxusyacht hatte 2005 sogar zu einem Misstrauensantrag im Europaparlament geführt, der abgelehnt wurde.

Wertschöpfung gar nicht einberechnet
Und für 500 Mrd. Euro ließen sich 3,33 Millionen Sportwägen kaufen - immerhin fast jeder 150. Europäer könnte in einen Sportwagen einsteigen und losfahren, falls das Geld in Porsche 911 Turbos angelegt werden würde. Dabei ist der Effekt durch die Wertschöpfung in Europa noch gar nicht einberechnet.

Griechenland beantragt erste Tranche
Die ersten 5,5 Mrd. Euro-Finanzspritze für die Rettung Griechenlands vom Bankrott sollen jetzt überwiesen werden. Wie es aus Kreisen des Finanzministeriums in Athen hieß, werden es zwei Beiträge des Internationalen Währungsfonds (IWF) sein: 3 Mrd. Euro zu einem Zinssatz von 1,3 Prozent und ein zweiter Betrag in Höhe von 2,5 Mrd. Euro zu einem Zinssatz von 3,30 Prozent.

Athen erwartet in den kommenden Tagen die ersten bilateralen Kredite andere Euroland-Partner in Höhe von etwa 14,5 bis 15 Mrd. Euro. Die Regierung habe die entsprechenden Anträge formell gestellt, wie es im Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) der EU und der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgesehen ist, berichtete das Staatsradio. Die ersten Rettungs- Gelder werden am 19. Mai zur Deckung von Verpflichtungen des Landes benötigt. Athen braucht bis zu diesem Datum etwa 9 Mrd. Euro.

Bis zum Jahresende sollen insgesamt 45 Mrd. Euro nach Griechenland fließen. Das gesamte Rettungspaket von IWF und EU für Griechenland umfasst 110 Mrd. Euro.

EU verlangt Sparanstrengungen
Die EU-Kommission verlangt von hochverschuldeten Euro-Ländern stärkere Sparanstrengungen. Spanien, Portugal, Italien und Frankreich müssten Anfang kommender Woche in der Gruppe der Euro-Finanzminister neue Sparvorschläge noch für dieses Jahr vorlegen, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn dem "Handelsblatt" vom Dienstag. In Deutschland gebe es dagegen keinen sofortigen Konsolidierungsbedarf. "Deutschland gehört zu den Ländern, die mehr finanzpolitischen Spielraum haben und ihre Konjunkturprogramme deshalb länger wirken lassen können", sagte Rehn. Damit helfe die Bundesrepublik dem Wirtschaftswachstum in der gesamten Euro-Zone.

Nach Vorstellung Rehns soll die Kommission künftig nicht nur die Haushalte der Mitgliedstaaten, sondern auch deren Wettbewerbsfähigkeit stärker überwachen. "Wir müssen die ökonomischen Ungleichgewichte in der Euro-Zone beseitigen", sagte er dem "Handelsblatt". Dazu könnten volkswirtschaftliche Größen wie die Leistungsbilanz, Produktivität und Lohnstückkosten regelmäßig geprüft werden. Rehn sagte, hier sei auch Deutschland in der Pflicht, mit einer Ankurbelung der Binnennachfrage seinen hohen Handelsbilanzüberschuss zu verringern.
(apa/red)

11.5.2010 13:23
fiore696, 19. 05. '10 18:14
Kostenfalle für den Bürger....
da das Volk vorher über Hilfsleistungen dieser korrupten Politikern&Superreichen in Griechenland nicht befragt wurde (wie es sich in einer Demokratie gehört !!!) sollen nunmehr diejenigen den Sold beitragen, welche das beschlossen haben und die Millionäre, welche an den Aktienspekulationen verdienen.
Vasant, 11. 05. '10 19:38
Eine Tatsache stimmt aber absolut ...
... egal welcher Politiker (ALLE Parteien) bis jetzt
wurden wir von jedem belogen und durch die EU
nicht nur verkauft, sondern sogar verschenkt!

Diese 1.010 Euro pro EU Bürger sind auch "nur" der jetzige
Stand, der sich mit Sicherheit erhöhen wird und wie soll ein
Land wie Griechenland seine Schulden begleichen, wenn
die genauso wie wir, die gleichen Politiker wieder an der
Macht haben?? Wenn auch dort die Kaufkraft weiter sinkt?
Auch in Griechenland die Arbeitslosigkeit steigt? Sollen
uns dann lauter Arbeitslose das Geld zurück zahlen?

Und in solche Länder und Politiker verschleudern unsere
"Politiker" noch mehr unserer Steuergelder? Also diese
wertvolle Logik soll uns doch mal ein Politiker nicht nur
schön reden, sondern erklären!! Hauptsache wir zahlen
Millionen an die EU pro Jahr!
chris4020, 11. 05. '10 09:05
Wohin führt das???
Bin gespannt, wohin das führen soll. Glauben da manche, sie spielen Monopoly??
Ich hab durch die Krise im vergangenen Jahr 12000 euro an Einkommen verloren. Wer hilft mir?
Kann es sein, das man gewissen Menschen hilflos ausgeliefert ist?
mfp7764, 11. 05. '10 09:41
Re: Wohin führt das???
seit wir in dieser scheiss eu sind,sind wir dehnen ärschen ausgeliefert. es ist alles schlechter und teurer geworden.wo sind die versprechungen wo es geheissen hat schilling bleibt schilling und hasse bleibt hasse. heute heist es euro bleibt teuro und wo is mei kebab-scheiss eu
derberg, 11. 05. '10 10:36
Re: Wohin führt das???
wenn ich zurück denke -verkrampf ich mich
die gute ederer versprach den berühmten tausender mehr im börsl- für sich hats sies durch die EU locker geschafft- die hat sicher jeden tag ein paar tausender- EURO- mehr im börsel als vorher- und wir????????
wo stünde österreich jetzt mit dem schilling?
wieso lebt die schweiz noch und nicht mal so schlecht??
i glaub- die schweizer zahlen nicht "viel" franken für die griechen- und wenn der euro bei so einer krise bereits so wankt- wie gesagt wurde- was kann da noch alles auf uns zukommen???
daher- wir wurden belogen und betrogen- so schauts aus
m3dicus, 11. 05. '10 11:00
Re: Wohin führt das???
Gut, dass die Menschen erst jetzt drauf kommen.

Einige Finanzexperten haben schon vor der Einführung davor gewarnt:
Z.B. Prof Dr Hankel - Die Euro Lüge (Teil 1): http://www.youtube.com/watch?v=jq64DvAY77o
Vasant, 11. 05. '10 19:43
Re: Wohin führt das???
Jaja, der Euro wird eine stabile Währung mit sogar einem
steigenden Wert ... alles wird dadurch billiger und wir alle
erhalten mehr Lebensqualität usw. Da waren doch schöne
Lügen aller Politiker!

Tatsache ist, dass man heute z.B. eine einfache und
simple Schnitzelsemmel (damals 12 Schilling) um "nur"
knapp € 2,80 bekommt ... ähm ... das wären 38,52
Schilling? Moment mal ... das ist ja gar nicht billiger;)

Und früher hats deine 20-24.000 Schilling Netto gehabt
und heute wollen dir Unternehmen grad mal 1000 - 1300
Netto zahlen ... ähm ... moment mal, das sind ja nur
knapp 13.760,3 Schilling??

Also Tatsache ist, dass alles teurer wurde und wir für
mehr Leistung, weil Überstunden darfst teilweise machen,
aber wehe du verlangst was dafür, weniger Geld
bekommen und alles teurer wurde;)