Montag, 10. Mai 2010

'Sonst werden sie uns zerreißen': EU türmt
Mega-Bollwerk gegen Spekulantenmeute auf

  • Rehn: "Den Euro verteidigen. Koste es, was es wolle"
  • Börsen nach Zusage über 750 Mrd. im Freudentaumel

Europa steht Gewehr bei Fuß. Um sich des Ansturms einer profithungrigen Spekulanten-Meute zu erwehren, türmen die Staaten ein gewaltiges Abwehrbollwerk in Höhe von 750 Milliarden auf. Es soll das Vertrauen der Märkte und damit das Überleben des Euro garantieren. Und Spekulanten den Appetit verderben.

"Sie sind wie ein Rudel Wölfe. Wenn wir sie nicht stoppen, werden sie die Schwächsten von uns zerreißen": Der schwedische Finanzminister Anders Borg weiß das europäische Rettungspaket für hoch verschuldete Euro-Länder bildlich zu verkaufen. Ganze 750 Milliarden Euro sollen von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) bereitgestellt werden, um die spekulativen Wetten auf einen Zusammenbruch Griechenlands oder sogar Portugals und Spaniens zu verhindern.

Inzwischen hat das von diesen Wetten beflügelte Schreckgespenst von Staatspleiten den Eurokurs so stark torpediert, dass der Zusammenhalt der Währungsunion und damit das Überleben des Euro an sich gefährdet scheint. "Es gibt eine Bedrohung für die finanzielle Stabilität von Eurozone und EU. Es handelt sich nicht nur um eine Attacke auf einzelne Länder", ist Währungskommissar Olli Rehn überzeugt.

Und gibt auch gleich die Marschroute vor: "Wir werden den Euro verteidigen, koste es, was es wolle". Und es will viel kosten. Kredite in Höhe von rund 440 Milliarden Euro garantieren die Euro-Mitgliedsstaaten, davon trägt Österreich einen Haftungsrahmen von 12 bis 13 Milliarden, 60 Milliarden steuert die EU-Kommission direkt als Darlehen bei. Mit Unterstützung des IWF stehen insgesamt 750 Milliarden Euro zur Verfügung. Eine Unsumme, die signalisieren soll, dass den europäischen Pleitekandidaten auch dann noch genug Geld zur Verfügung stehen wird, wenn sie Staatsanleihen nicht mehr über den Markt verkaufen können.

Börsen im Freudentaumel
Damit sollen Spekulanten das Interesse daran verlieren, auf den Verfall von Staatsanleihen und damit den Zusammenbruch von Griechenland und Co zu wetten. Und das dürfte auf den ersten Blick ganz gut gelungen sein: Seit Beginn des Handelstages schießen die europäischen Börsen massiv in die Höhe, der europäische Bankenindex hat inzwischen um satte elf Prozent zugelegt. Und speziell die Spekulationen auf eine griechische Pleite haben im frühen Handel deutlich nachgelassen.

"Die beschlossenen Maßnahmen dürften Stabilität in den Markt bringen", weiß Postbank-Händler Ascan Iredi von der Entwicklung zu berichten. "Ob das für zehn Jahre, fünf oder nur ein Jahr hält, kann man natürlich nicht sagen", gibt Iredi allerdings zu bedenken. Dass selbst 750 Milliarden nicht genug sein könnten, um den Euro zu retten, wird nämlich vereinzelt bereits gemutmaßt. Fürs Erste hält das gigantische Bollwerk allerdings dicht.
(mei)

10.5.2010 16:06
Musician, 11. 05. '10 10:47
Irre
Ich finds echt irre was da abgeht.
Wie Vasant schon gemeint hat. Geld dorthin wo die Spekulanten sitzen...

Das is so wie wenn man einem Hund zerst den Knochen gegeben hat und dann will dass er einem riesigen Fleischstück hinterherjagt... wenn er damit fertig is wird er sich wieder seinem Knochen widmen... und genauso wirds auch bei uns dann sein.. und nachdem wie heftig und aufgebläht die wirtschaft mittlerweile ist, wirds nicht lang dauern bis die paar milliarden da verschlungen sind.

Und wer zahlts? Wir.

Ich hab übrigens eine Facebookgruppe gegründet... aber es schert niemanden, ich gebs auf. Die Österreicher wachen doch nichtmal auf wenn sie nur noch 2 nasenlöcher über dem wasser zu atmen haben.
mundl66, 11. 05. '10 09:04
Na hauptsoch de Börsen san imFreudndauml
10 % Schnitt üba Nocht is sche. Oba nur fir Spekulantn.
Nochdem in kana Börse Geld wochst muass irgendwer einzoin. Wer wird des sei?
A bissl weiter unten is a Beitrog vom Sozialmarkt!

Witzsystem. Ausse aus dera EUje.
Vasant, 10. 05. '10 19:36
Ich find den Widerspruch witzig, weil ...
die bringen das Geld dort hin, wo die meisten Spekulanten
sitzen ... zu den Börsen;) Tolle Logik!
brabus, 10. 05. '10 17:45
Koste es was es wolle
Wieder nichts gelernt. Anstatt den Finanzmarkt zu reformieren und das Spekulatentum auszulöschen, anstatt unfähige Politiker zu entsorgen und straffe Kontrollen der Staatsbudgets und der Verschuldungen einzuführen, anstatt der wahllosen Kreditvergabe von Banken (beim kleinen Kreditnehmer ist man pingelig) an solche Pleiteländer eine Riegel vorzuschieben werden Milliarden an Steuergeld hineingepumpt, für die wir keinen Gegenwert mehr sehen werden. Jeder der heute noch ehrlich Steuern bezahlt, wird von solchen Politiker zum nützlichen Idioten degradiert.
Vasant, 10. 05. '10 11:59
EU und deren Aussagen!
Man ist in der EU nun offensichtlich gegen Spekulationen
und dann heisst es: "Die beschlossenen Maßnahmen
dürften Stabilität in den Markt bringen"???

Also bringen die nun auf längerfristig Stabilität, oder
nicht? Ein "dürften" wäre nämlich eine Spekulation
gegen die sich die EU und deren Politiker ja nun
offen und eindeutig wieder aussprechen, wobei
durch eine Ivestition solcher Summen an der
Börse ja noch besser spekuliert werden kann.

Wenn ich weiß wohin das Geld geht und ich an
der Börse arbeite, dann ist das wie wenn ich z.B.
vor einer Schularbeit die Lösungen bekomme;)

Die EU ist der Untergang von Europa meiner Ansicht
nach und je mehr die Mitgleider da rein investieren
umso schlechter wird es ihnen in den nächsten Jahren
selbst gehen! Tolles Konzept die EU;)