Donnerstag, 13. Mai 2010

Die Volksbank traut dem Cerberus nicht:
Zusammenschluss mit BAWAG gescheitert

  • BAWAG-Besitzer Cerberus wollte zuviel Einfluss
  • Angeschlagene volksbank braucht dringend Partner

Aus dem seit Wochen verhandelten Zusammenschluss ÖVAG-BAWAG wird nichts. Dies berichtet der "Standard" in seiner Montagausgabe. Die Gespräche mit den BAWAG-Eigentümern (primär mit dem US-Hedgefonds Cerberus) seien beendet, so die Zeitung. Aus BAWAG und ÖVAG liegen gegenüber der APA bis dato keine Stellungnahmen vor. Die BAWAG galt wie berichtet zuletzt als Wunschpartner der ÖVAG.

Die Österreichische Volksbank AG (ÖVAG) muss demnach ihre Partnersuche wieder erweitern. Der zuletzt verfolgte Plan eines Zusammengehens mit der BAWAG via Aktientausch gilt aus jetziger Sicht als gescheitert. Die Datenräume seien dieser Tage bereits geschlossen worden, Due Diligence-Prüfung und Gespräche seien auf offizieller Ebene abgebrochen worden, schreibt die Zeitung unter Berufung auf einen nicht genannten Banker.

Die ÖVAG als Volksbanken-Spitzeninstitut gehört mehrheitlich rund 60 selbstständigen Volksbanken. Vor allem große Volksbanken hätten einen Durchgriff der Amerikaner (Cerberus) abgelehnt.

Zerschlagung steht im Raum
Nachdem der Plan eines Zusammengehens der angeschlagenen Volksbank AG (ÖVAG) mit der Cerberus-Bank BAWAG als gescheitert gilt, sehen Insider wieder eine Zerschlagung (Teile-Verkäufe) näher gerückt. Die Aufsicht soll auf rasche Lösungen für die ÖVAG drängen. In SP-nahen Zirkeln der Notenbank war der BAWAG/ÖVAG-Plan nach APA-Informationen durchaus skeptisch beurteilt worden.

Wie der "Standard" in seiner Freitag-Ausgabe schreibt, erhöht vor allem die Notenbank nun den Druck auf die ÖVAG stark. Ein Plan B solle entwickelt werden. Weitere ernsthafte Interessenten an der ganzen ÖVAG soll es bisher nicht geben.

Über die Hintergründe des Verhandlungsabbruchs mit BAWAG/Cerberus schreibt das Blatt, dass die Amerikaner im Rahmen des Mergers Durchgriff auf die Volksbanken bekommen hätten sollen, was Volksbanken vor allem im Westen Österreichs heftig ablehnten.

(apa/red)

13.5.2010 19:38