Hans Niessl hat ein Vertrauensproblem:
Landesvater sackt gegenüber Kollegen ab
- Vertrauensindex: Schlechter Wert für SP-Landeschef
- VP-Konkurrent Steindl kämpft mit Eberau-Nachwehen

·Burgenlands SPÖ driftet nach rechts
Experten: Probleme für die ÖVP durch Eberau
·Assistenzeinsatz:
Verlängerung vor Wahl
SPÖ will Heer länger an der Burgenland-Grenze
Kurz vor der Landtagswahl haben die Burgenländer vergleichsweise wenig Vertrauen in ihren Landeshauptmann. Hans Niessl liegt im aktuellen APA/OGM-Vertrauensindex zwar vorne, allerdings mit einem nicht überragenden Wert. Mit einem Vertrauenssaldo von +36 kommt er an andere Landesfürsten wie Herbert Sausgruber aus Vorarlberg (+63) und Josef Pühringer (+52) aus Oberösterreich nicht heran.
Am schlechtesten schaut es für die Grünen aus. Aber auch VP-Frontmann Franz Steindl schneidet nicht gerade berauschend ab. Unmittelbar nach Niessl finden sich im Ranking die SPÖ-Landesräte Peter Rezar mit +28 und Helmut Bieler mit +25, gefolgt von VP-LR Werner Falb-Meixner (+18) und SP-LR Verena Dunst (+17). Erst danach kommt ÖVP-Spitzenkandidat Steindl mit mageren +9. Im Plusbereich (+6) findet sich auch VP-Landesrätin Michaela Resetar.
Klubobleute schneiden schlecht ab
Die Klubobleute liegen alle im Negativbereich, d.h. ihnen wird mehr miss- als vertraut, wobei Johann Tschürtz mit -10 für einen FPÖ-Politiker erstaunlich gut abschneidet und noch vor den Grünen landet, deren Klubobfrau Grete Krojer mit -34 den letzen Platz belegt. Etwas besser schneidet Grünen-Spitzenkandidat Michel Reimon mit -12 ab, er hat aber nur geringe Bekanntheit.
Für OGM-Chef Wolfgang Bachmayer sind die Ergebnisse des OGM/APA-Vertrauensindex deutlich durch den Wahlkampf geprägt, "der ja diesmal überdurchschnittlich hart geführt wird". Das betreffe vor allem jene, die in vorderster Linie agieren. Der vergleichsweise schwache Wert für Niessl dürfte in erster Linie mit dem voll auf seine Person zugeschnittenen, gleichzeitig aber stark polarisierenden Wahlkampf zu tun haben, so Bachmayer.
Steindl "am linken Fuß erwischt"
Die schlechten Werte Steindls führt er darauf zurück, dass der VP-Mann schon etwas geschwächt in den Wahlkampf gestartet sei und mit Eberau (durch die VP-Innenministerin) "völlig am linken Fuß erwischt" worden sei und daher "überwiegend aus der Defensive" agiere.
Für den Vertrauensindex wurden am 10. Mai 400 Burgenländer ab 16 Jahren telefonisch abgefragt, ob sie dem jeweiligen Politiker vertrauen oder nicht. Aus den "Vertrauen"- und "kein Vertrauen"-Werten wurde ein Saldo gebildet, der für das Ranking herangezogen wird. Die Schwankungsbreite liegt bei plus/minus fünf Prozent.
(apa/red)
