Mittwoch, 19. Mai 2010

UNO warnt vor einer Umweltkatastrophe:
Vor allem die Artenvielfalt ist akut bedroht

  • Kritischer Wendepunkt: Radikale Maßnahmen nötig
  • UNO-Chef: "Viele Volkswirtschaften sind noch blind"

Die Umwelt und das Weltklima stehen nach Angaben der Vereinten Nationen an einem kritischen Wendepunkt. Wenn nicht schnell radikale Maßnahmen ergriffen würden, werde die Umwelt so geschädigt, dass sie sich nur schwer oder gar nicht mehr erholen könne, heißt es im neuen UNO-Umweltbericht, der in New York vorgelegt wurde. Gerade die Artenvielfalt sei akut bedroht.

Vor allem der Regenwald am Amazonas und die Korallenriffe in den Ozeanen seien gefährdet. "Viele Volkswirtschaften sind immer noch blind für den enormen Einfluss der Artenvielfalt von Tieren, Pflanzen und anderen Lebensformen und ihre Rolle für Wohlergehen und Funktion des Ökosystems", schrieb der Chef des UNO-Umweltprogramms, Achim Steiner, in dem Bericht. Das betreffe die Wälder und Trinkwasservorräte ebenso wie den Boden, die Ozeane und die Atmosphäre.

"Die Menschheit hat irgendwie die Illusion geschaffen, dass wir ohne die Vielfalt der Arten auskommen oder dass sie unsere moderne Zeit nur noch am Rande angeht", sagte der Deutsche. "Die Wahrheit ist: Wir brauchen sie mehr denn je auf einem Planeten mit 6,8 Milliarden Menschen, auf dem im Jahr 2050 neun Milliarden Menschen leben werden."

Das 2002 gesteckte Ziel, die Aussterberate der Arten bis 2010 signifikant zu vermindern, ist verfehlt, heißt es im Report namens Global Biodiversity Outlook. Dringendes Handeln sei nötig, um das Schlimmste zu vermeiden. Die Erde dürfe nicht mehr so verschmutzt und die Ozeane nicht überfischt werden. Auch auf die Amazonas-Wälder müsse das Augenmerk gerichtet werden. Gerade sie hätten einen enormen Einfluss auf das Weltklima, die Niederschläge und die Erhaltung der Arten. Das Jahr 2010 war von den Vereinten Nationen zum Jahr der Artenvielfalt ausgerufen worden.

(apa/red)

19.5.2010 15:32
keinauto, 02. 06. '10 14:35
UNO warnt....
Wieder einmal geht die Welt unter. Wie oft eigentlich noch?