Obama verschärft Gangart: Unabhängige Kommission soll Ölkatastrophe untersuchen
- Erste Konsequenzen: Köpferollen in Washington
- Neu installiertes Absaugsystem verspricht Erfolg

·Es könnte noch bis August Öl austreten
Verzweiflung und Suche nach den Schuldigen
·Ölpest: BP auf der Suche nach Plan B
Kleinere Glocke oder
"Betonstöpsel" geplant
·BILDER: Der Kampf gegen die Katastrophe
Mehrere hundert Tonnen täglich ins Meer geflossen
·Ölplattform wies Sicherheitsmängel auf
Besitzer äußerten bereits vor einem Jahr Bedenken
·Langwieriger Kampf gegen den Ölteppich
BP: Reparatur des Lecks dauert noch drei Monate
·Obama: "BP wird die Rechnungen zahlen"
Ölteppich: Fieberhafte Bemühungen um Rettung
US-Präsident Obama will eine unabhängige Kommission zur Untersuchung der Ölpest im Golf von Mexiko einrichten. Das Gremium soll dem Präsidenten unterstehen und ähnlich wie bei anderen nationalen Katastrophen - etwa der Explosion der Raumfähre "Challenger" im Jahr 1986 - zusammengesetzt sein, sagte ein Regierungsmitarbeiter in Washington. Die Kommission soll demnächst vorgestellt werden.
Obama hatte "unerbittliche" Anstrengungen im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko gefordert. Sichtlich verärgert sagte er, er werde "Verantwortungslosigkeit" nicht mehr tolerieren. Der Präsident kündigte eine Reform der Behörden an, die für die Ölförderung verantwortlich sind.
Erste personelle Konsequenzen
Der dramatische Ölunfall hat nun auch erste personelle Konsequenzen in Washington gefordert. Ein hochrangiger Mitarbeiter der US-Behörde für Rohstoffverwaltung, die wegen der Ölpest in der Kritik steht, nahm den Hut und ging in den Ruhestand. Die Behörde wird kritisiert, weil sie im Verdacht steht, zu laxe Sicherheitsstandards bei der Öl - und Gasförderung vorzugeben und zu eng mit der Industrie zusammenzuarbeiten.
Absaugsystem erfolgreich
Der Ölkonzern BP pumpt mittlerweile rund 318.000 Liter Öl am Tag aus der lecken Ölquelle im Golf von Mexiko - das ist doppelt so viel wie bisher geschätzt. Das in rund 1.500 Metern Tiefe angebrachte Saugrohr pumpe täglich schätzungsweise 2.000 Barrel Öl ab, teilte das britische Unternehmen in London mit.
Doch mittlerweile wurden auch an der Küste von Florida 20 Teerklumpen entdeckt. Aufseher des Fort Zachary Taylor Staatsparks in Key West hätten die Klumpen gefunden, berichtete der "Miami Herald". Nach Angaben der Küstenwache sollen die Fundstücke im Labor untersucht werden. Dort soll geklärt werden, ob der Teer im Zusammenhang mit dem Ölunfall steht.
Riesige Klagewelle im Anrollen
Nach dem Öl strömen nun auch die Advokaten an die Golfküste. Noch lassen sich die Schäden der Ölpest im Golf von Mexiko nicht einmal absehen, doch eines ist bereits klar: Die Katastrophe wird eine Klagewelle nach sich ziehen. Fischer, Hoteliers, Gastronomen und andere Dienstleister bis hin zu Frisören wollen für entgangene Einnahmen entschädigt werden. Der britische Energiekonzern BP, aber auch einige andere beteiligte Unternehmen müssen sich auf umfangreiche Entschädigungsansprüche vorbereiten.
(apa/red)
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