Sexueller Missbrauch nicht nachweisbar:
Ermittlungen gegen Bischof Mixa eingestellt
- Staatsanwalt: "Ein Tatnachweis ist nicht zu führen"
- Rücktritt ist von Papst bereits angenommen worden
·Benedikt XVI. nimmt Rücktritt von Mixa an
Missbrauchsvorwürfe gegen Bischof erhoben
·"Aufarbeitung mit größter Korrektheit"
Vatikansprecher sieht Kirche auf gutem Weg

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat ihre Vorermittlungen gegen den zurückgetretenen Augsburger Bischof Walter Mixa eingestellt. "Ein Tatnachweis hinsichtlich eines sexuellen Missbrauchs ist nicht zu führen", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Walter. Die "Augsburger Allgemeine" berichtete ebenfalls über die Einstellung der Vorermittlungen. Bestehen bleiben hingegen die Vorwürfe, Mixa habe in den 70er und 80er Jahren gezielt Heimkinder des katholischen Waisenhauses von Schrobenhausen körperlich und psychisch misshandelt oder misshandeln lassen.
Als Stadtpfarrer habe Mixa mit der Hand und zum Teil mit Gegenständen "schwere körperliche Züchtigungen" vorgenommen, sagte der mit den Ermittlungen der Vorfälle beauftragte Rechtsanwalt Sebastian Knott in Schrobenhausen vor Journalisten.
Vorwürfe strafrechtlich verjährt
Die Aussagen der Opfer, die zum Teil eidesstattliche Erklärungen abgegeben hatten, wertete Knott als glaubhaft. Strafrechtlich seien die Vorwürfe allerdings verjährt. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte die neben Mixa auch gegen Ordensschwestern des Heimes gerichtete Vorwürfe zuerst veröffentlicht.
Laut Knott hörten die Kinder des Waisenhauses sehr oft von den Ordensschwestern in dem Heim den Satz "Warte nur, bis Mixa kommt". Den Kindern sei bewusst gewesen, dass dieser regelmäßig prügelt. Außerdem habe Mixa immer wieder Kinder beschimpft und bedroht. Einem Mädchen habe er gesagt: "Ich möchte, dass du mich niemals vergisst. Dazu werde ich deine Zukunft ruinieren." Die von Knott als glaubwürdig bezeichnete Frau benötige bis heute therapeutische Hilfe.
Neben den Prügelvorwürfen wird Mixa auch vorgeworfen, Heimgelder veruntreut zu haben. Sonderermittler Knott will seinen vorläufigen Abschlussbericht der katholischen Waisenhausstiftung übergeben.
Mixa bereits zurückgetreten
Mixa hatte im April seinen Rücktritt eingereicht, den Papst Benedikt XVI. Anfang Mai angenommen hatte. Nach anfänglichem Leugnen hatte Mixa zugegeben, in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Kinder geschlagen zu haben. Später wurde zudem der - inzwischen haltlose - Verdacht des sexuellen Missbrauchs laut. Mixa war von 1996 bis 2005 Bischof von Eichstätt, danach wurde er Bischof in Augsburg. (apa/red)
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