Kleinere Glocke soll das Ölleck schließen:
Weiterer Anlauf zur Eindämmung der Ölpest
- Gelingen der heiklen Operation ist gänzlich ungewiss
- Obama wünscht 129 Millionen Dollar vom Kongress

·Es könnte noch bis August Öl austreten
Verzweiflung und Suche nach den Schuldigen
·Ölpest: BP auf der Suche nach Plan B
Kleinere Glocke oder
"Betonstöpsel" geplant
·BILDER: Der Kampf gegen die Katastrophe
Mehrere hundert Tonnen täglich ins Meer geflossen
·Ölplattform wies Sicherheitsmängel auf
Besitzer äußerten bereits vor einem Jahr Bedenken
·Langwieriger Kampf gegen den Ölteppich
BP: Reparatur des Lecks dauert noch drei Monate
·Obama: "BP wird die Rechnungen zahlen"
Ölteppich: Fieberhafte Bemühungen um Rettung
Der Ölkonzern BP unternimmt vor der US-Südküste einen weiteren Versuch zur Eindämmung der Ölpest. Eine kleinere Stahlglocke soll über das schadhafte Bohrloch in rund 1.500 Metern gestülpt werden, erklärte BP. Diese sei kleiner als die Glocke, mit der jüngst vergeblich versucht worden sei, ausströmendes Öl aufzufangen und abzupumpen. Ob das Vorhaben mit der kleineren Glocke gelinge, sei aber noch unklar.
Seit einer Explosion auf der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April und deren Untergang fließen durch das offene Bohrloch am Meeresboden nach Angaben des Betreibers BP pro Tag etwa 800.000 Liter Öl ungehindert in den Golf von Mexiko. Der US-Südküste droht eine Umweltkatastrophe in bisher nicht gekanntem Ausmaß. BP hat erklärt, für "alle Rechtsansprüche" durch die Katastrophe aufzukommen. Die angerichteten Schäden werden bisher auf 14 Milliarden Dollar (11,04 Mrd. Euro) geschätzt.
Zur Bekämpfung der Ölpest hat US-Präsident Barack Obama vom Kongress die Freigabe von mindestens 129 Millionen Dollar (101,7 Mio. Euro) verlangt. "Ich werde keine Anstrengung auslassen, um jeden Schaden, der verursacht wurde, zu beseitigen", schrieb Obama in einem Brief an die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, zur Begründung seiner Forderung.
Von dem Geld sollen demnach mindestens 100 Millionen Dollar an die Küstenwache gehen, die sich seit der Explosion und dem Untergang der Ölplattform "Deepwater Horizon" um die Eindämmung des Ölteppichs vor der Südküste der USA bemüht. Die Summe solle aus einem speziellen Fonds zur Bekämpfung von Ölkatastrophen genommen werden, schrieb der Präsident. Darüber hinaus solle das Innenministerium 29 Millionen Dollar erhalten, die für zusätzliche Inspektionen, Studien und andere Maßnahmen genutzt werden sollen, die nicht von den Verursachern der Ölpest oder dem Fonds zur Bekämpfung von Ölkatastrophen abgedeckt würden.
(apa/red)
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