Mittwoch, 12. Mai 2010

Kollegen ergreifen Initiative für Polanski:
Sie werfen US-Justiz in Petition "Lüge" vor

  • "Unmöglich, jemanden zweimal zu verurteilen"
  • Kulturminister Mitterrand wollte sich zurückhalten

Rund ein Dutzend Filmemacher haben zum Beginn des Festivals in Cannes eine Petition für ihren Kollegen Roman Polanski veröffentlicht, dem wegen Vergewaltigung die Auslieferung in die USA droht.

Es sei "unmöglich", jemanden wegen ein- und desselben Verbrechens zweimal zu verurteilen, schrieben Regisseure wie der chilenische Dokumentarfilmer Patricio Guzman, der rumänische Filmemacher Cristi Puiu und der französische Altmeister Jean-Luc Godard in der Solidaritätsbekundung. Das Auslieferungsgesuch der Vereinigten Staaten gründe "auf einer Lüge".

42 Tage Haft
Der 76-jährige Polanski war im September auf der Grundlage eines internationalen Haftbefehls in der Schweiz festgenommen worden, wo er ein Haus besitzt. Dort steht er seitdem unter Hausarrest. Die US-Justiz will den polnischstämmigen Filmemacher für die Vergewaltigung einer Minderjährigen in den 70er Jahren belangen, für die er seinerzeit 42 Tage in Haft gewesen war.

Miterrand unterschrieb nicht
Frankreichs Kulturminister Frederic Mitterrand sagte im Nachrichtensender i-Tele, er habe die Petition nicht unterschrieben, weil er sich als Minister zurückzuhalten habe. Er sorge sich aber um Polanskis Gesundheit. Der Oscar-Preisträger hatte vergangene Woche nach monatelangem Schweigen eine Erklärung im Internet abgegeben und darauf hingewiesen, dass er die mit der US-Staatsanwaltschaft vereinbarte Strafe seinerzeit abgesessen habe.

Polanski drehte Filme wie "Rosemaries Baby" und "Der Pianist"; zuletzt war von ihm "Der Ghostwriter" im Kino zu sehen.

(apa/red)

12.5.2010 14:26


Kino

Men in Black 3

Komödie, Science Fiction - USA, 2012

Regie: Barry Sonnenfeld

Mit: Will Smith, Josh Brolin, Tommy Lee Jones, Alice Eve, Emma Thompson

mehr Info zum Film