Donnerstag, 13. Mai 2010

Thailands Regierung weitet Notstand aus:
Schüsse in besetztem Stadtteil Bangkoks

  • General auf seiten der Regierungsgegner verletzt
  • Regierung setzt weiter auf Blockade und Abriegelung

Die thailändische Regierung hat den Notstand auf weitere 15 Provinzen des Landes ausgedehnt. Die Sicherheitskräfte haben damit in insgesamt 17 Provinzen größere Freiheiten, um gegen Demonstranten vorzugehen und die bürgerlichen Freiheiten einzuschränken. In dem besetzten Geschäftsviertel von Bangkok wurde durch Schüsse unter anderem ein thailändischer General schwer verletzt.

Er hatte sich auf die Seite der Regierungsgegner geschlagen. Neben Generalmajor Khattiya Sawasdiphol wurden mindestens noch vier weitere Personen verwundet. Ein Demonstrant erlitt einen Kopfschuss. Vereinzelt wurde gemeldet, dass er seinen Wunden erlegen sein soll. Die Regierungstruppen hatten angekündigt, das Viertel abzuriegeln und notfalls mit scharfer Munition gegen die sogenannten Rothemden vorzugehen.

Khattiya wurde in den Kopf getroffen, als er gerade in der Nähe einer U-Bahn-Station mit ausländischen Reportern sprach. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er auf der Intensivstation behandelt wurde. Es wurde vermutet, dass ein Scharfschütze auf ihn geschossen hatte.

Schon zuvor hatten sich die Spannungen deutlich verschärft. Die Regierung setze gegen die seit zwei Monaten ausharrenden "Rothemden" auf Blockade und Abriegelung, sagte ein Militärsprecher. Panzer und Scharfschützen würden zusammengezogen. Die Soldaten würden zunächst Gummigeschoße, bei Angriffen aber auch scharfe Munition gegen "Terroristen" einsetzen.

Abhisit hatte angeboten, für den Herbst eine vorgezogene Neuwahl anzusetzen. Außerdem erklärte er sich bereit, dass die Polizei seine Rolle und die seines Stellvertreters bei den blutigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften am 10. April untersucht. Bisher kamen nach Regierungsangaben 29 Menschen ums Leben, mehr als 1.400 wurden verletzt. Der Regierung hat sein Angebot inzwischen aber wieder zurückgezogen, weil die Demonstranten ihre Proteste fortsetzten.


(apa/red)

13.5.2010 21:00