Premier zieht Konsequenz aus Wahl-Pleite:
Brown will Amt als Labour-Chef niederlegen
- Nachfolger soll bis Ende des Jahres ernannt werden
- "Formelle Gespräche" mit Liberalen über Koalition

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Der britische Premierminister Gordon Brown hat erste Konsequenzen aus der Wahlniederlage gezogen und seinen Rücktritt vom Parteivorsitz angekündigt. Er wolle den Labour-Mitgliedern vorschlagen, dass bis Ende des Jahres ein neuer Parteichef gesucht und ernannt werden sollte, sagte Brown. Zudem kündigte er formelle Gespräche mit den oppositionellen Liberaldemokraten über eine Regierungsbildung an.
Der Parteichef der Liberaldemokraten, Nick Clegg, habe ihm gegenüber den Wunsch geäußert, dass neben den weiterhin laufenden Verhandlungen mit den Konservativen nun auch formelle Gespräche mit Labour aufgenommen werden sollten, sagte Brown. Er wolle alles daran setzen, die Verhandlungen zwischen Labour und den Lib Dems zu beschleunigen. Oberste Priorität müsse ein gemeinsamer Plan zur Reduzierung des Haushaltsdefizits haben.
Er habe seine Partei gebeten, den Prozess für die Wahl eines neuen Vorsitzenden anzustoßen, sagte Brown weiter. Er selber werde dabei nicht zur Wahl stehen. Gleichzeitig erklärte Brown, dass seine Partei mit den Liberaldemokraten offiziell in Koalitionsverhandlungen treten werde. Die Liberalen hatten vor der Wahl angekündigt, dass sie nicht mit Labour eine Koalition bilden wollten, falls Brown weiter an deren Spitze stehe. Brown sagte, er hoffe, dass beim Parteitag im Herbst ein neuer Vorsitzender im Amt sei.
Labour hatte bei der Wahl am Donnerstag stark verloren. Die konservativen Tories unter David Cameron waren stärkste Partei geworden, hatten jedoch keine absolute Mehrheit erhalten - ein äußerst seltener Fall im britischen Mehrheitswahlsystem. Daher hatten sie mit den Liberalen Verhandlungen über ein Bündnis aufgenommen. Brown hatte im Juni 2007 das Amt des Premierministers und Labour-Chefs von seinem Vorgänger Tony Blair übernommen. (apa/red)
