Sonntag, 16. Mai 2010

Alleingang bei der Transaktionssteuer?
In der Regierung herrscht große Uneinigkeit

  • WKÖ-Präsident drängt auf eine Transaktionssteuer
  • Schieder: Vorschlag "begrüßenswert", Lopatka warnt

Bei der Frage, ob Österreich eine Finanztransaktionssteuer auch im Alleingang einführen soll, scheiden sich in Regierungskreisen die Geister. Während SPÖ-Finanzsstaatssekretär Schieder den Vorstoß von Wirtschaftskammer-Präsident Leitl als "begrüßenswert" bezeichnete, spricht sich Finanzstaatssekretär Lopatka vehement dagegen aus. Die Wiener Börse warnte außerdem vor massiven Einbrüchen des Aktienumsatzes. ÖVP-Chef Pröll will eine Besteuerung von Spekulationsgeschäften in Europa von Deutschland abhängig machen. Kanzlerin Merkel erteilte einer solchen Steuer aber erneut eine Absage.

Wirtschaftskammerpräsident und VP-Wirtschaftsbundchef Leitl stößt mit seinem Drängen auf einen österreichischen Alleingang bei der Finanztransaktionssteuer im Finanzministerium auf Skepsis. Priorität müsse eine Einführung auf europäischer Ebene haben, sagte ein Sprecher von Finanzminister Pröll.

Nicht "ins eigene Fleisch schneiden"
Man hege die Sorge, dass "man sich bei einem einseitigen nationalen Vorpreschen ins eigene Fleisch schneidet und Kapital ins Ausland treiben würde". Leitl hatte im "Kurier" seine Forderung nach einer Einführung der Abgabe in Österreich bekräftigt und nannte in der "Zeit im Bild" mit dem 1. Jänner 2011 auch schon einen konkreten Zeitpunkt dafür. Als "sanften Einstieg" könnte man ab diesem Termin 0,05 Prozent auf "Finanzbewegungen" einheben - und sich nach Leitls Rechnung auf diese Weise die von ihm ungeliebte Bankenabgabe ersparen.

Im Finanzministerium indes hofft man weiter auf eine EU-weite Lösung. Eine Einführung nur in Österreich "könnte den Börse- und Wirtschaftsstandort schädigen", so die Befürchtung. Und "die Finanztransaktionssteuer gewinnt in Europa durchaus an Unterstützung, aus der Einsicht heraus, dass die EU-Nettozahler nicht weiter belastbar sind und es weitere Einnahmequellen für das EU-Budget braucht". Allerdings, so Prölls Sprecher: Einen "konkretisierten" Vorschlag Leitls könne man sicher prüfen.

Schieder: Vorschlag "begrüßenswert"
Finanzstaatssekretär Schieder hält den von Leitl geforderten Alleingang Österreichs bei einer Finanztransaktionssteuer für "begrüßenswert". Priorität Nummer eins habe aber, innerhalb der EU die richtigen Lehren aus der Krise zu ziehen und eine europaweite Lösung zu suchen - Hand in Hand mit mehr Regulierung. In diese Richtung müsse der "Druck nun weiter erhöht werden". Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel sieht keine Chance für die Einführung einer internationalen Finanztransaktionssteuer.

(apa/red)

16.5.2010 20:35
DeFacto, 17. 05. '10 09:44
Deppen oder Kaninchen
.. sind wir Össis wieder einmal die Deppen oder nur die Versuchskaninchen Europas? Was auch immer - den Euro können wir bald abhaken und die EU gleich dazu; dann erst kann es wieder besser werden.
Vasant, 17. 05. '10 10:16
Re: Deppen oder Kaninchen
Seh ich auch so! Ein gemeinsames Europa war eine sehr
gute Idee, aber die Politiker in Brüssel bzw. die EU Fratzen
haben dies nicht im Sinne der Bevölkerungen, sondern im
Sinne des Abkassierens umgesetzt! Jetzt haben WIR alle
die Rechnung für unser Vertrauen bekommen!

EU NEIN DANKE! BRÜSSEL POLITIKER TSCHÜSS!
Sensor, 16. 05. '10 16:32
Der FM als "Unfreiherr von Pröll-Münchhausen"
Es ist besser, wenn Pröll oder sein Papagei (Sprecher) nichts mehr sagen. Es ist ohnehin belanglos. Monatelang sagte Pröll und beschwindelte damit alle, die es überhaupt glaubten, dass unter seiner Ministerschaft die Steuern nicht erhöht werden. Faymann blies die gleichen falschen Töne.
Maßgebend in Europa ist weitgehend Frau Merkel.
Die Töne der anderen kann man im Fernsehen abdrehen!
founder, 16. 05. '10 12:20
Stoßdämpfer für die Börse
Diese Transaktionssteuer ist wie ein alter ausgeleierter Stoßdämpfer für ein Auto, immer noch besser als gar kein Stoßdämpfer, aber bei den wirtschaftlichen Turbulenzen wäre ein sportlich eingestellter straffer Stoßdämpfer besser.

http://politik.pege.org/2010/transaktionssteuer.htm
donalonsoildefonso, 16. 05. '10 15:31
Re: Stoßdämpfer für die Börse
Aber das wollen die Politiker ja selber nicht, weil die meißten ja selbst mit drin hängen und sich ins eigene Fleisch schneiden würden !! also vergessen wir das ganze wieder ganz rasch

ein hoch auf unsere Flaschen im Parlament
Vasant, 17. 05. '10 10:18
Re: Stoßdämpfer für die Börse
Stell dir vor wir würden eine Vermögenssteuer einführen!?
Da wären ja alle Politiker dagegen, weil sie auch mal was
zahlen müssten und daher darf es keinen wundern, dass
diese NIE kommen wird;)

Kassiert man doch lieber beim Volk, welches eh schon
nimma weiß, wo man noch sparen soll. Die Kaufkraft
und die Mittelschicht wurden systematisch zerstört;)

Tja, nur ARM und REICH funktioniert halt doch nicht,
so wie sich das einige Politiker gedacht haben;)