Grasser-Intervention kurz vor Buwog-Deal:
Folgenreiches Gespräch mit Kärntens Haider
- FORMAT: Vorkaufsrecht als Zünglein an der Waage
- Grassers Anwalt Ainedter weist die Vorwürfe zurück

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Grasser und Meischberger
mit selber Treuhandfirma
Im Finale des Buwog-Verkaufs Mitte Juni 2004 schaltete sich Karl-Heinz Grasser ein. Kurz vor der Verkaufsentscheidung führte er einschlägige Gespräche mit dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider. Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner neuen Ausgabe.
In der letzten Sitzung der Auswahlkommission zum "Projekt Bundeswohnbaugesellschaften" am 13. Juni 2004 wurden die Angebote abschließend bewertet. Das Sitzungsprotokoll liegt FORMAT exklusiv vor. Demnach kam die Kommission zu keiner endgültigen Entscheidung. Zitat aus dem Protokoll: "Die Kommission kommt einstimmig zu folgender Empfehlung: Der Bestbieter ist klar definiert, variiert jedoch, ob das Paket mit oder ohne der ESG Villach verkauft wird." Für die ESG Villach hatte das Land Kärnten ein Vorkaufsrecht.
"Der Herr Bundesminister kommt zur Sitzung hinzu und wird vom Ergebnis der zweiten Bieterrunde und von der oben dargestellten Empfehlung der Kommission in Kenntnis gesetzt", heißt es in dem Protokoll laut FORMAT. "Der Herr Bundesminister bespricht zugleich telefonisch die weitere Vorgangsweise mit Landeshauptmann Dr. Haider."
Entscheidendes Vorkaufsrecht
"Es ging ums Vorkaufsrecht", bestätigt Grasser-Anwalt Manfred Ainedter gegenüber FORMAT. "Er hat Haider dazu gebracht, darauf zu verzichten." Detaillierte Informationen über den Bestbieter habe sein Mandant aber zu keinem Zeitpunkt weitergegeben. "Der Republik hat er so mehr als 30 Millionen Euro zusätzlich gebracht", betont Ainedter. Brisant war Grassers Einsatz laut FORMAT trotzdem. Denn seinen damaligen Freunden Walter Meischberger und Peter Hochegger brachte das ein Vermögen. Denn Immofinanz-Boss Karl Petrikovics hatte den beiden rund zehn Millionen Euro Erfolgsprovision versprochen, falls sein Konsortium die konkurrierende CA Immo ausstechen würde.
Die den Kauf entscheidende Wirkung dürfte Karl-Heinz Grasser laut FORMAT bekannt gewesen sein. So heißt es im Sitzungsprotokoll: "Dieses Anbotsergebnis hat zur Folge, dass abhängig, ob das Land Kärnten von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch macht, das Österreich-Konsortium oder die CA Immo Bestbieter ist. Mit den ESG-Anteile bietet die Immofinanz insgesamt 961,2 Millionen Euro, ohne ESG 840,8 Millionen Euro. Hingegen bietet die CA Immo insgesamt 959,3 Millionen Euro, ohne ESG 862,4 Millionen Euro."
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