"Pragmatische" Schulpolitik von SPÖ & ÖVP:
Schmied & Amon mit einer Leistungsbilanz
- Ministerin sieht "Vertrauensverhältnis aufgebaut"
- Zentralmatura bald auch bei berufsbildenden Schulen

Demonstrative Einigkeit streichen SPÖ und ÖVP in der Schulpolitik hervor: Unterrichtsministerin Schmied und VP-Bildungssprecher Amon präsentierten die Gesetzesnovellen des ersten Halbjahres, die vor Sommer beschlossen werden sollen. Schmied betonte, "Schritt für Schritt" vorgehen zu wollen, Amon meinte, dass man "Dinge sehr pragmatisch angehen muss, wenn man weiterkommen will".
"Herzstück" der neuen Gesetzesvorhaben ist die neue teilzentrale BHS-Matura, die sich an der im Vorjahr beschlossenen neuen AHS-Matura orientiert. Ab dem Schuljahr 2014/15 soll die schriftliche Reifeprüfung auch an den BHS am gleichen Tag abgehalten werden, in den Fächern Deutsch, Mathematik und lebende Fremdsprache gibt es einheitliche Aufgaben. Außerdem müssen alle BHS-Maturanten im Vorfeld eine "Diplomarbeit" schreiben. Im Frühling 2015 werden damit erstmals alle 45.000 AHS- bzw. BHS-Maturanten am gleichen Tag ihre schriftliche Reifeprüfung absolvieren.
Bei der neuen Matura werde es vermutlich noch zu einer "sozialpartnerschaftlichen Abstimmung" kommen müssen, sagte Amon. So verlangt etwa die Gewerkschaft die Abgeltung des Mehraufwands für die Betreuung der nunmehr verpflichtenden vorwissenschaftlichen Abschlussarbeiten bzw. Diplomarbeiten. Schmied kündigte dazu Gespräche an. Bei diesen werde sie aber auch die Arbeitsentlastung für die Lehrer durch die zentrale Vorgabe der Fragen einbringen.
Generell sieht Schmied "ein Vertrauensverhältnis aufgebaut". Auch bei der Frage der ganztägigen Schulangebote "passt kein Blatt Papier zwischen uns". Einzig beim ÖAAB-Vorschlag einer ganztägigen Verpflichtung zum Schulbesuch für Kinder, die zu schlecht Deutsch sprechen, zeigte sich Schmied skeptisch: Sie halte nichts von einer strafweisen Verpflichtung einzig für Kinder mit Sprachdefiziten.
(apa/red)
