Montag, 10. Mai 2010

"Pragmatische" Schulpolitik von SPÖ & ÖVP:
Schmied & Amon mit einer Leistungsbilanz

  • Ministerin sieht "Vertrauensverhältnis aufgebaut"
  • Zentralmatura bald auch bei berufsbildenden Schulen

Demonstrative Einigkeit streichen SPÖ und ÖVP in der Schulpolitik hervor: Unterrichtsministerin Schmied und VP-Bildungssprecher Amon präsentierten die Gesetzesnovellen des ersten Halbjahres, die vor Sommer beschlossen werden sollen. Schmied betonte, "Schritt für Schritt" vorgehen zu wollen, Amon meinte, dass man "Dinge sehr pragmatisch angehen muss, wenn man weiterkommen will".

"Herzstück" der neuen Gesetzesvorhaben ist die neue teilzentrale BHS-Matura, die sich an der im Vorjahr beschlossenen neuen AHS-Matura orientiert. Ab dem Schuljahr 2014/15 soll die schriftliche Reifeprüfung auch an den BHS am gleichen Tag abgehalten werden, in den Fächern Deutsch, Mathematik und lebende Fremdsprache gibt es einheitliche Aufgaben. Außerdem müssen alle BHS-Maturanten im Vorfeld eine "Diplomarbeit" schreiben. Im Frühling 2015 werden damit erstmals alle 45.000 AHS- bzw. BHS-Maturanten am gleichen Tag ihre schriftliche Reifeprüfung absolvieren.

Bei der neuen Matura werde es vermutlich noch zu einer "sozialpartnerschaftlichen Abstimmung" kommen müssen, sagte Amon. So verlangt etwa die Gewerkschaft die Abgeltung des Mehraufwands für die Betreuung der nunmehr verpflichtenden vorwissenschaftlichen Abschlussarbeiten bzw. Diplomarbeiten. Schmied kündigte dazu Gespräche an. Bei diesen werde sie aber auch die Arbeitsentlastung für die Lehrer durch die zentrale Vorgabe der Fragen einbringen.

Generell sieht Schmied "ein Vertrauensverhältnis aufgebaut". Auch bei der Frage der ganztägigen Schulangebote "passt kein Blatt Papier zwischen uns". Einzig beim ÖAAB-Vorschlag einer ganztägigen Verpflichtung zum Schulbesuch für Kinder, die zu schlecht Deutsch sprechen, zeigte sich Schmied skeptisch: Sie halte nichts von einer strafweisen Verpflichtung einzig für Kinder mit Sprachdefiziten.

(apa/red)

10.5.2010 13:39
brabus, 10. 05. '10 18:05
Zentralmatura
Wozu? Schafft diese unnötigen Prüfungen ab. Es wäre viel sinnvoller, das Abschlußzeugnis aus den jeweiligen Jahreszeugnissen in den 'Maturagegenständen' zu ermitteln, denn diese reflektieren das Wissen und die Leistungsentwicklung während der Schuljahre. Eine Maturanote, die im Wesentlichen von der Tagesverfassung eines Prüflings, dem goodwill eines Prüfers und dem Zufall der Fragenauswahl abhängt ist ohnehin nicht das Papier wert, auf dem sie steht. Obendrein würde sich der Steuerzahler jede Menge Geld ersparen, die Prüflinge den unnötigen Stress und somanche Familie das Drama eines Selbstmordes.
Sensor, 10. 05. '10 20:37
Re: Zentralmatura
Zu brabus
Diese Ansicht teile ich überhaupt nicht. Die Matura bereitet ja nicht auf die Pension vor, sondern entweder auf den unmittelbaren Eintritt ins Berufsleben oder auf das Weiterstudium.
Zum Berufsleben: Der Chef erteilt am Morgen einen Auftrag, der am Ende des Arbeitstages erledigt sein muss. Er fragt seinen Angestellten nicht nach seiner Tagesverfassung bzw. ober er mit Rücksicht darauf den Auftrag auf den kommenden Tag verschieben soll. In der Schule soll für das Berufsleben trainiert werden!
Beim Weiterstudium muss man ebenfalls lernen, unterschiedliche Aufgaben unter verschiedenen Umständen und Bedingungen zu bewältigen. Der Weg des geringsten Widerstandes führt zu schwachen Persönlichkeiten, die den Anforderungen im Beruf dann nicht gewachsen sind.
brabus, 11. 05. '10 09:48
Re: Zentralmatura
@ Sensor: wenn es die Maturaschule in 5 bzw 8 Jahren nicht schafft die jungen Menschen auf das Berufsleben oder das Studium vorzubereiten, dann ist die Matura ebenso wenig dazu verwendbar. Es gibt Maturanten, die nicht einmal einfache Kopfrechnungen durchführen können, geschweige denn Ahnung von praktischen und organisatorischen Abläufen und Zusammenhängen in der Wirtschaft haben. Würde während der Ausbildung hier mehr investiert werden und jeder Jahresabschluß tatsächlich ein Nachweis von Wissen und Leistung sein, dann könnten wir diese Menschen auch ohne Matura in die Wirtschaft oder Studium entlassen.
mfp7764, 10. 05. '10 15:11
Hat der
weibliche nasenbär keine anderen sorgen