Ermittlungen im "Fall Kührer" laufen weiter:
Polizisten wollen neuen Hinweisen folgen
- Drei Verdächtige mittlerweile wieder auf freiem Fuß
- Ermittlungen gehen nun "in andere Richtungen"

Ungeachtet der Freilassung dreier ursprünglich Verdächtiger im Zusammenhang mit der vor vier Jahren verschwundenen Julia Kührer werden die Cold Case-Ermittler des Bundeskriminalamtes (BK) weiter an dem Fall arbeiten. Vor allem durch die mediale Präsenz seien "sehr viele Hinweise eingegangen, denen wir nachgehen", sagte BK-Sprecher Alexander Marakovits am Donnerstag zur APA.
Eine 27-jährige Frau und ihr um ein Jahr jüngerer Ex-Freund waren am Mittwoch auf freien Fuß gesetzt worden. Für den zuständigen Korneuburger Haftrichter waren die Indizien nicht ausreichend, um weiter vom von der Staatsanwaltschaft angenommenen dringenden Tatverdacht in Richtung Freiheitsentziehung auszugehen. Der 21-jährige Bruder der Frau war bereits am Dienstagabend enthaftet worden.
Laut Marakovits würden die Ermittlungen nun "in andere Richtungen" gehen. Welche das seien, wollte er am Donnerstag nicht bekanntgeben. Die Erhebungen hätten jedenfalls gezeigt, dass noch nicht alle Spuren verfolgt worden seien. Diesen werde sich das Cold Case Management nun in den kommenden Wochen verstärkt widmen.
Marakovits: "Das Ziel, Julia Kührer zu finden, ist noch nicht erreicht." Die am 27. Juni 2006 aus ihrem Heimatort Pulkau (Bezirk Hollabrunn) verschwundene damals 16-Jährige müsse jedoch irgendwo sein.
Dem Haftrichter hatten das Beweismaterial und die Ergebnisse der am Montag an den Adressen der beiden Männer und der Frau durchgeführten Hausdurchsuchungen nicht ausgereicht, um die U-Haft zu verhängen. Offensichtlich wurden keine Gegenstände entdeckt, die den Verbleib der Vermissten erhellen hätten können. Bei den Hausdurchsuchungen wurden Daten von Mobiltelefonen und Computern sichergestellt. Weiters wurden synthetische Drogen und Tabletten mit der Wirkung von K.O.-Tropfen sowie eine Gaspistole entdeckt.
(apa/red)
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