Popfest zog am ersten Tag 7.000 Besucher an: Gelungener Auftakt auf der "Seebühne"
- Clara Luzia und Bunny Lake konnten begeistern
- Rotifer: 'Veranstaltung ist kein Wahlzuckerl der SPÖ!'
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Das erste Wiener Popfest legte so etwas wie einen Traumstart hin. Die ersten zwei Gigs, Clara Luzia und Bunny Lake, lockten viele Musikbegeisterte vor, hinter und neben die "Seebühne" an der Karlskirche, und so wurden die erwarteten mindestens 1.500 Besucher bei weitem übertroffen.
Dass es sich um "das Popfest zum richtigen Zeitpunkt" handelt, wie der musikalische Kurator, Robert Rotifer, kurz vor Beginn im Gespräch mit der APA meinte, wurde so bestätigt.
Clara Luzia und Bunny Lake
Nervös fühlte sich Rotifer nicht. Das war er nach eigenen Angaben eher bis zum Februar, als das Budget für das Popfest endlich fixiert war. Der Auftritt von Clara Luzia machte dann knapp nach 19:00 Uhr den Auftakt. Sie entschuldigte sich dafür, dass sie krankheitsbedingt "schwach bei Stimme" war, trotzdem boten sie und ihre Band vor dem barocken Ambiente mit ihrem Songwriter-Pop den passenden Sound für diesen warmen Frühlingsabend. Wer auch sehen wollte, was auf der Bühne vor sich ging, musste dabei schon die vorderen Reihen einnehmen, wo auch der Sound am besten rüberkam. Das war bei Bunny Lake, der zweiten Band, nicht so notwendig, denn hier wurde soundtechnisch noch ein Gang zugelegt, und so erfüllte einen der Elektropop der Wiener schon mit akustischer Ehrfurcht.
7.000 Besucher
Während der Konzerte erlebte man einen sich permanent füllenden Karlsplatz, die von Initiator Christoph Möderndorfer im Minimum erwarteten Besucher waren wohl schon vor Beginn anwesend. In einer Aussendung des Wiener Kulturstadtrats Andreas Mailath-Pokorny (S) am Freitag ging man von bis zu 7.000 Anwesenden aus. "Wien braucht das Popfest, das haben die zahlreichen Besucher gezeigt", lautet auch sein Fazit nach dem ersten von vier Tagen. Das von Möderndorfer gegenüber der APA als "schöpferisch statt kommerziell" beschriebene Konzept der Veranstaltung ging auch dahingehend auf, dass sich das Motto "Wir sind Popfest" bei den Anwesenden darin zeitigte, dass ein großer Teil auch noch nach dem Ende des zweiten Auftritts vor der inzwischen leeren Bühne weilte, während der andere ins Wien Museum zu Paper Bird abwanderte.
Karlsplatz als geeigneter Ort
Logistisch sorgte der Andrang zwar im Sanitärbereich für temporäre Engpässe, doch ansonsten zeigte sich der Karlsplatz als geeigneter Ort für die Veranstaltung. Diese sieht Möderndorfer nicht als klassische Musikmesse, sondern als Bühnen- und Kulturveranstaltung. So gibt es in den kommenden Tagen neben zahlreichen weiteren Auftritten auch die sogenannten "Popfest Sessions" im Kunsthalle project space, wo am Freitag zum Beispiel das Thema "Wiener Popmusik - Popmusik in Wien" auch theoretisch erörtert wird. Ebenso hat das Popfest mit seiner von "They Shoot Music" umgesetzten Homepage auch eine visuelle Internetpräsenz.
Kein "Wahlzuckerl" der SPÖ
Eines stellten sowohl Rotifer als auch Möderndorfer noch einmal klar: Das Wiener Popfest sei kein "Wahlzuckerl" der SPÖ, sondern im Gemeinderat auch mit den Stimmen der Grünen und der ÖVP angenommen worden. Für Mailath-Pokorny ist der gestrige "Erfolg ein deutlicher Auftrag, diesem ersten Popfest weitere folgen zu lassen". Noch aber folgen erst einmal die drei weiteren Tage. Heute, Freitag, kommt dabei erstmals der TU Prechtlsaal als Veranstaltungsort zum Einsatz, wo es nach den Open-Air-Auftritten indoor weitergeht.
(apa/red)
