Gigantisches Rettungspaket für den Euro:
EU fixiert einen 750 Milliarden-Notfallfonds
- Union und Währungsfonds teilen sich Mega-Summe
- Pröll: Österreich haftet mit 12 bis 13 Milliarden Euro
Eurokurs legt nach Rettungsmaßnahme kräftig zu
·Hahn: Gibt "keine Alternative zum Euro"
EU-Kommisar fordert zum raschen Handeln auf
·Pläneschmieden zur Verteidigung des Euro
Staatschefs sagen der
Spekulation Kampf an
·"Geld wird wieder
zurückkommen"
Laut Ökonom Breuss ist
Athen-Hilfe alternativlos
·Griechenland-Hilfe unter Dach und Fach
EU-Staaten einigen sich über Milliarden-Paket
·Erste Todesopfer
bei Protesten in Athen
Streik außer Kontrolle:
Drei Menschen gestorben
·Josef Pröll steht zu Griechen-Finanzhilfe
BZÖ und FPÖ leisten Widerstand im Parlament
·"Die sollen ein paar Inseln verkaufen"
VIDEO-Umfrage: 2,28 Mrd. Hilfe für Griechen
·War Griechenland
etwa erst der Anfang?
Faymann schließt weitere
Finanzhilfen nicht aus
·Bittere Pillen für den
griechischen Patienten
Die Krankenakte eines
dahinsiechenden Landes

Die EU hat in einer bisher beispiellosen Aktion einen 750 Milliarden Euro schweren Rettungsschirm beschlossen, um die Gemeinschaftswährung vor Spekulationsangriffen auf den Finanzmärkten zu schützen. Das teilten Diplomaten nach Beratungen der EU-Finanzminister in Brüssel mit. Zwei Drittel der Summe werden von der EU aufgebracht, ein Drittel vom Internationalen Währungsfonds.
Die 440 Milliarden Euro, die von den Mitgliedstaaten der Eurozone aufgebracht werden, würden vom IWF bis maximal zur Hälfte - also 220 Milliarden - erhöht. Dies wären 660 Milliarden Euro. Dazu kommen die 60 Milliarden Euro Gemeinschaftshilfe, die aber ebenfalls vom IWF um die Hälfte erhöht werden könnten, womit man auf 90 Milliarden zusätzlich käme, also insgesamt 750 Milliarden Euro, sagte die Spanische Ratsvorsitzende Salgado. EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Rehn assisierte und sagte, es bleibe bei der Verteilung von einem Drittel IWF und zwei Drittel seitens der EU.
Österreich haftet für 12 bis 13 Milliarden
Die bilateralen Hilfen in Höhe von 440 Milliarden Euro würden durch Garantien der Euro-Länder aufgebracht, was bis zuletzt "heftig umstritten" gewesen sei, sagte Finanzminister Pröll. Für Österreich ergebe dies einen Haftungsrahmen von 12 bis 13 Mrd. Euro. Deutschland hatte ursprünglich auf Krediten der Euro-Länder bestanden, sei aber letztlich bereit gewesen ein "Spezialvehikel" zu schaffen. Ihm sei wichtig gewesen, dass nicht Geld flüssig gemacht werde zusätzlich zur Griechenland-Hilfe, sagte Pröll.
Rechtsgrundlage für den Rettungsschirm ist Artikel 122 Absatz 2 des EU-Vertrags. Dieser sehe eine finanzielle Unterstützung der Mitgliedstaaten vor, die aufgrund außergewöhnlicher Umstände Schwierigkeiten bekommen. "Und wir gehen davon aus, dass wir es jetzt mit außergewöhnlichen Umständen zu tun haben".
"Das sind starke Maßnahmen"
IWF-Chef Strauss-Kahn begrüßte das Hilfspaket. "Das sind starke Maßnahmen, die helfen werden, die Stabilität der globalen Wirtschaft und der Finanzmärkte zu sichern", sagte Strauss-Kahn. Unterstützung für das EU-Rettungspaket kam auch von der Gruppe der 20 bedeutendsten Volkswirtschaften der Welt. Die G-20 begrüße die EU-Maßnahmen, teilte das japanische Finanzministerium nach einer Telefonkonferenz von Staatssekretären der Staatengruppe in der Nacht mit.
Eurokurs legt zu
Das beispiellose Paket von EU und IWF zeigte Wirkung: Der Eurokurs legte Montag früh kräftig zu. Er notierte mit einem Plus von über vier Cent über dem 14-Monatstief von vergangener Woche bei 1,2973 Dollar. Am Freitag lag der Euro-Kurs noch bei 1,2731 Dollar. Auch die Aktienmärkte reagierten freundlich.
(apa/red)
