Montag, 10. Mai 2010

Gigantisches Rettungspaket für den Euro:
EU fixiert einen 750 Milliarden-Notfallfonds

  • Union und Währungsfonds teilen sich Mega-Summe
  • Pröll: Österreich haftet mit 12 bis 13 Milliarden Euro
    Eurokurs legt nach Rettungsmaßnahme kräftig zu

Die EU hat in einer bisher beispiellosen Aktion einen 750 Milliarden Euro schweren Rettungsschirm beschlossen, um die Gemeinschaftswährung vor Spekulationsangriffen auf den Finanzmärkten zu schützen. Das teilten Diplomaten nach Beratungen der EU-Finanzminister in Brüssel mit. Zwei Drittel der Summe werden von der EU aufgebracht, ein Drittel vom Internationalen Währungsfonds.

Die 440 Milliarden Euro, die von den Mitgliedstaaten der Eurozone aufgebracht werden, würden vom IWF bis maximal zur Hälfte - also 220 Milliarden - erhöht. Dies wären 660 Milliarden Euro. Dazu kommen die 60 Milliarden Euro Gemeinschaftshilfe, die aber ebenfalls vom IWF um die Hälfte erhöht werden könnten, womit man auf 90 Milliarden zusätzlich käme, also insgesamt 750 Milliarden Euro, sagte die Spanische Ratsvorsitzende Salgado. EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Rehn assisierte und sagte, es bleibe bei der Verteilung von einem Drittel IWF und zwei Drittel seitens der EU.

Österreich haftet für 12 bis 13 Milliarden
Die bilateralen Hilfen in Höhe von 440 Milliarden Euro würden durch Garantien der Euro-Länder aufgebracht, was bis zuletzt "heftig umstritten" gewesen sei, sagte Finanzminister Pröll. Für Österreich ergebe dies einen Haftungsrahmen von 12 bis 13 Mrd. Euro. Deutschland hatte ursprünglich auf Krediten der Euro-Länder bestanden, sei aber letztlich bereit gewesen ein "Spezialvehikel" zu schaffen. Ihm sei wichtig gewesen, dass nicht Geld flüssig gemacht werde zusätzlich zur Griechenland-Hilfe, sagte Pröll.

Rechtsgrundlage für den Rettungsschirm ist Artikel 122 Absatz 2 des EU-Vertrags. Dieser sehe eine finanzielle Unterstützung der Mitgliedstaaten vor, die aufgrund außergewöhnlicher Umstände Schwierigkeiten bekommen. "Und wir gehen davon aus, dass wir es jetzt mit außergewöhnlichen Umständen zu tun haben".

"Das sind starke Maßnahmen"
IWF-Chef Strauss-Kahn begrüßte das Hilfspaket. "Das sind starke Maßnahmen, die helfen werden, die Stabilität der globalen Wirtschaft und der Finanzmärkte zu sichern", sagte Strauss-Kahn. Unterstützung für das EU-Rettungspaket kam auch von der Gruppe der 20 bedeutendsten Volkswirtschaften der Welt. Die G-20 begrüße die EU-Maßnahmen, teilte das japanische Finanzministerium nach einer Telefonkonferenz von Staatssekretären der Staatengruppe in der Nacht mit.

Eurokurs legt zu
Das beispiellose Paket von EU und IWF zeigte Wirkung: Der Eurokurs legte Montag früh kräftig zu. Er notierte mit einem Plus von über vier Cent über dem 14-Monatstief von vergangener Woche bei 1,2973 Dollar. Am Freitag lag der Euro-Kurs noch bei 1,2731 Dollar. Auch die Aktienmärkte reagierten freundlich.

(apa/red)

10.5.2010 09:55
gfb48, 10. 05. '10 11:15
In Österreich wird es bald Zustände wie in Griechenland geben! Unverschuldet!
Also suggeriert man uns, es geschah zu unserem Wohle und zu unserem Überleben! Wie soll das funktionieren, wenn Österreich mit 12 Milliarden haftet, die womöglich schon bald zum Tragen kommen, wenn es andere (mediterreane = Zufall? oder doch Mentalität?) Länder erwischt? Wie will Herr Pröll und die EU den Wohlstand oder auch nur das Überleben der Schwächeren im eigenen Land sichern? Drucken wir uns jetzt das Geld, oder muss es irgendow eingespart werden? d.h. höhere Steuern (für alle, nicht nur für die Verursacher oder Profiteure des Rettungspaketes), Kürzung der Sozialleistungen (trifft eh nur die, die darauf angewiesen sind)....
D.h. NICHT: z.b.: Kürzungen der Parteiföderungen, Gehaltsreduktionen bei Politikern, "Reichensteuer" Bankenbeiträge,...
Machen wir es doch wie die Griechen!
gfb48, 10. 05. '10 11:05
Keiner ist schuld???
2 Schlagzeilen auf der selben Seite: Rettungspaket und Sozialmärkte im Kampf gegen die Armut
Das sagt wohl alles aus! Mag sein, dass in der jetzigen situation dieses gigantische Rettungspaket notwendig war - aber wo blieb über Jahre die Kontorlle? Heute erfährt man immer öfter, seit wievielen Jahren die situation und der Betrug der Griechen in der EU bekannt war - reaktion? Null. Banken gehen von heute auf morgen pleite - keiner Kontrollstelle ist die Lage der Hypo Adria aufgefallen? Wenn dieses Rettungspaket wirklich der einzige Ausweg war, warum hat man es dann erst in letzter Minute beschlossen? Weil Merkel Angst vor den Wahlen in NRW hatte? Man hat uns alle gerettet - kommt diese Rettung wirklich uns (=den Menschen) zugute, oder wurde wieder nur Banken und Großindustrie geholfen?
Der-Meidlinger, 10. 05. '10 09:57
SARGNAGEL EURO
Es werden ja nur wieder Garantien abgegeben was die künstliche Blase nur noch größer macht bis hin zum Mega-Gau wenn diese Blase platzt.
austrocrates, 10. 05. '10 08:34
Wer druckt schneller?
Eine tolle Sache, wie einig sich da plötzlich die Entscheidungsträger der EU sind - zuerst diskutieren sie wochenlang über die "Griechenland-Hilfe" und dann wird quasi über Nacht ein monströses, riesiges "Euro-Paket" geschnürt... Was auf den ersten Blick wie eine ungewöhnliche Einigkeit innerhalb der EU aussieht, die Hoffnung macht für die Zukunft, sieht bei genauerem Hinsehen schon ganz anders aus:
Dieses "Paket" erklärt die Aussagen nun wie die Aussagen der Politiker gemeint waren, als sie vor ein paar Tagen sagten "... mit Portugal und Spanien könne ein Szenario wie in Griechenland nicht entstehen" - denn nun wird, so scheint es, einfach neues Geld gedruckt. Anscheinend sind nun bei den EU-Politikern die letzten Hemmungen gefallen und sie kopieren einfach das US-Modell der FED.
austrocrates, 10. 05. '10 08:40
Mit Kalkül ins Verderben
Offensichtlich mangels (bequemen, monetären) Alternativen scheint die EZB und Konsorten nun einen Wettlauf mit der FED zu veranstalten: Wer druckt schneller das benötigte Geld. Aus dem Nichts, wie es die FED schon jahrelang vorzeigt. Die Rechnung hierfür wird wieder mal der Steuerzahler übernehmen, und über die versteckte Steuer der Inflation begleichen. Die Preise werden steigen, die Steuern ebenso, die Sparpakete werden immer grösser, und das alles wird gerechtfertigt mit der "Rettung des EURO". Als stabile Währung wurde er uns aufgezwängt, mit unzureichenden Informationen durchgeboxt, um nun als Cash-Cow der EU zu dienen, und die Gelder der Bürger verfügbar zu machen, die Kontrollen zu verschärfen, einzig mit dem Ziel an jegliches Vermögen heranzukommen in Richtung Enteignung.
austrocrates, 10. 05. '10 08:47
EU-Diktatur nimmt konkrete Formen an
Und mit diesem, über Nacht beschlossenen "Rettungsschirm", zeigt die EU und der Kapitalismus wieder mal das hässliche monetäre Gesicht. Was ist die Haiti-Hilfe, die Hilfe für die Tsunami-Opfer, die Erdbeben-Opfer in Chile und anderer Katastrophen weltweit, im Gegensatz zum Euro? Nichts, aber auch gar nichts ... Das Kapital triumphiert über die Menschlichkeit in nie dagewesenen Ausmass.
Die Schnelligkeit, mit welcher nun schon agiert wird beim Beschliessen von X-Milliardenpaketen zeigt die typischen Merkmale einer Diktatur auf: Die EU (und der IWF) schreiben vor, und die nationalen Marionetten tanzen diesen Tanz freudvoll mit. Das jeder dieser Tänze der letzte sein kann, ist ihnen offensichtlich genauso bewusst, wie die Tatsache das es keine Lösung mit den gängigen Mechanismen gibt.
austrocrates, 10. 05. '10 08:55
Brot und Spiele wie im alten Rom
Beschäftigung der Bevölkerung, Erschaffung von Szenarien die dazu dienen, Otto Normal Verbraucher abzulenken und dazu dienen das zukünftige noch schlimmer werdende "Geld-aus-der-Tasche-des-Bürger-zu-ziehen" Spiel voranzutreiben. Ob es nun 9/11, die Vogelgrippe, die Schweinegrippe, SARS, oder andere Szenarien waren - das Schema war jedesmal das gleiche: Schnell Erschaffen, Panik erzeugend, gefolgt von strengeren Gesetzen und enormen Ausgaben für die Staaten - und, das ist ganz wichtig, nie restlos aufgeklärt, ohne (oder mit Schein-) Prozesse(n), ohne Schuldige und vor allem zwingend und sofort notwendig. Wie die aktuelle X-Milliardenhilfe für den "kranken" Euro. Das perverse an diesem Spiel liegt darin begründet, das immer skrupelloser agiert wird. Die Hemmungen fallen. Bewusst?
austrocrates, 10. 05. '10 09:02
Pferdefuss Zinssystem
Dabei wäre die Lösung eine ganz einfache (und in der Einfachheit steckt ja auch die Genialität drinnen): Abschaffung der Zinsen! Jedes Volksschulkind kann sich mit eienr einfachen Milchmädchen Rechung ausrechnen, das es langfristig nicht funktionieren kann, wenn sich Geld durch einen wundersamen Mechanismus von alleine vermehrt. Und wenn es, wie aktuell, noch dazu verstärkt aus der Wirtschaft abgezogen wird, in neuen pseudowirtschaftlichen Branchen wie New Economy und Börse versickert, um daraufhin bei Superreichen und globalen Konzernen und Banken für fette Gewinne zu sorgen, dann ist die Schwelle überschritten. Die Schwelle wo das Zusammenbrechen des Zinssystems seine Eigendynamik bekommt, und sich die Spirale zum monetaär-kollektiven Crash immer schneller dreht.
austrocrates, 10. 05. '10 09:10
Der Ausstieg für den Einzelnen
Eine Möglichkeit für den Einzelnen besteht jedoch weiterhin, dieser "Jagd nach dem Standard" und dem "Verdienen zum Überleben" zu entgehen. Jeglichem Zahlungsmittel seine ursprüngliche Priorität verleihen, und es in seiner ursprünglichen erschaffenen Funktion als Tauschmittel anzusehen - nicht als Wertmittel. Vielleicht auch gleichzeitig, mit dem Abstoßen von Aktien und Co, wieder beginnen mit dem Tauschhandel. So lernt man jetzt schon für später.
austrocrates, 10. 05. '10 09:13
Der einzelne Bürger und Konsument ist mächtig
Wer die Möglichkeit dazu hat, sein eigenes Fleckchen Garten, diesen auch nutzen, Nahrung anbauen, Ernten, sich unabhängig machen soweit wie möglich, vielleicht Solarenergie in Erwägung zu ziehen, vorhandene Ressourcen wie Wasser (aus Brunnen) zu nutzen, und sich vor allem soweit wie möglich unabhängig machen von der zerstörerischen Mechanismen des zusammen brechenden Systems.
Und auch als Konsument hat man die Macht die Politik und Konzerne wesentlich zu beeinflussen. Durch sein Kaufverhalten. Werden keine Aktien mehr gekauft - wird der Börse der Lebenssaft abgedreht. Werden keine Produkte mehr von XX gekauft wird XX der Saft abgedreht, usw. usf. Die bequeme Ausrede "Was kann ich schon alleine machen" gilt nicht - wer nicht bei sich selber anfängt und auf andere wartet, wartet ewig.
austrocrates, 10. 05. '10 09:29
Umdenken
Das Zauberwort für die Zukunft. Umdenken. Und zwar in enormen Ausmass. Es kann nicht Sinn und Zweck einer hochentwickelten Gesellschaft sein, dem Kapital allumfassende Macht zu verleihen, das wiederspricht der Intelligenz, die wir ja hoffentlich noch haben. Den Focus ausschliesslich auf das Kapital zu lenken, es als das "golden Kalb" anzusehen macht jeden einzelnen manipulierbar. Steuerbar. Zur Marionette.
Wäre die Welt nicht friedlicher ohne diesen Wettlauf ums Geld, ohne diese Gier nach Reichtum und vermeintlichen Wohlstand?
Wäre die Volkswirtschaft nicht gesünder wenn die Region gestärkt wird statt globale Konzerne?
Ist es nicht wichtiger Lebensqualität zu erhalten, um mit gesunden, motivierten Menschen zusammen im Kollektiv erfolgreich zu sein? Arbeit und Leben soll wieder Spaß machen.
austrocrates, 10. 05. '10 09:36
Resümee
Es gibt Alternativen, lieber Herr Hahn. Beispielsweise ein bedingungsloses Grundeinkommen statt Almosen. Diese X-Milliarden die momentan zum Schutze und Heil von systemrelevanten Banken verschleudert werden, würden dies auch finanzierbar machen. Mit dem Unterschied, das es wirklich dem Menschen zugute kommen würde, und nicht den Banken. Beim heutigen Stand der Technik müßten Menschen eigentlich viel weniger arbeiten, dafür aber wäre die Arbeitslosenquote null. Wenn jeder Einwohner beispielweise € 700,- monatlich bekommt, bedingungslos - kann er selber frei darüber entscheiden ob er mit diesem Standard auskommt, oder ob er mehr möchte - so auch mehr arbeitet. Er sucht sich die Arbeit dann nach dem Faktor Spaß aus und macht freudvoll Geld, Spaß = Erfolg. Zwang = Demotivation. Zum Nachdenken.
Vasant, 09. 05. '10 22:03
Politiker, Worte und Ergebnisse!
Diese 3 Worte in einem Satz geben schon stark zu denken!
Der Euro wird eingeführt, weil diese eine starke und stabile
Währung ist ... und heute?? Pläne zur Rettung des Euro in
Milliarden Dimensionen;)

Als erstes kassiert Brüssel von allen Mitgliedern ohne
deren Lage zu berücksichtigen und dann sollen all diese
Länder von der EU gerettet werden? Naja, auch eine Art
Theorie;)
sidestep, 10. 05. '10 08:16
Du hast wieder einmal Recht!
Was haben sie uns bei der Einführung des Euro nicht alles versprochen. Der Euro werde eine so starke Währung sein, dass Spekulationen dagegen unmöglich sein werden.

Wie sieht es heute aus? Gegen den Schilling als zugegebener Maße kleine Währung hätte niemand spekuliert, weil es sich nicht ausgezahlt hätte gegen so eine kleine Währung zu spekulieren .

Der Euro aber steht am Rande des Abgrundes (siehe gestrige Kronen Zeitung) genau weil gegen ihn spekuliert wird.

Wer erinnerst sich nicht an den versprochenen Ederer-Tausender bei der Einführung des Euro. Wie sieht es wirklich aus? Der Euro wurde zum Teuro und den Ederer- Tausender hat niemand je gesehen. Es scheint so zu sein, dass die einzige Fähigkeit die ein Politiker haben muss die ist, sein Volk zu belügen.