Keine Alternative zur Geldspritze für Athen:
Laut Breuss ist Athen-Hilfe einzige Chance
- Ökonom kritisiert EU-Kommission und Finanzminister
- Überfordert griechischer Sparkurs die Bevölkerung?

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Barroso und Van Rompuy
rufen zu Rettung auf
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bei Protesten in Athen
Streik außer Kontrolle:
Drei Menschen gestorben
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Warnung: Konsolidierung nicht zu früh starten
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Nationalratspräsidenten bleiben unabsetzbar
·Buwog: Grüne fordern
einen U-Ausschuss
Zählen auf Unterstützung
von Opposition und SPÖ
·War Griechenland
etwa erst der Anfang?
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Finanzhilfen nicht aus
Zur Griechenland-Hilfe gibt es im Moment keine Alternative, davon ist der Wirtschaftsprofessor Fritz Breuss von der Wirtschafts-Uni Wien überzeugt. Man müsse sich allerdings fragen, ob der vorgegebene Sparkurs für die Griechen, innerhalb von drei Jahren mehr als 30 Mrd. Euro einzusparen, nicht zu hart sei. Über die nächsten drei Jahre müsse man in Griechenland mit einer schweren Rezession rechnen, mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit und einem Absinken der Kaufkraft, sagte Breuss in der ORF-Radiosendung "Im Journal zu Gast".
Griechenland einfach pleitegehen zu lassen wäre eine schlechte Idee, meint Breuss: Dann würde der Euro schwächer werden und man müsste die Banken aus dem Budget retten. Österreich gebe ohnehin nur Kredite im Ausmaß von maximal 2,3 Mrd. Euro, und durch die Tatsache, "dass der IWF als Kontrollor dabei ist, kann man davon ausgehen, dass das Geld wieder zurückkommt".
Kritik übte Breuss an der EU-Kommission und dem Rat der EU-Finanzminister (Ecofin), die Griechenland schon viel früher auf die Finger hätten sehen müssen. Man wisse ja schon seit 2004, dass sich Griechenland "in die Eurozone hineingeschwindelt" habe. Deshalb müsse es künftig stärkere Kontrollen geben und Eurostat müsse mehr Kompetenzen erhalten, um schon frühzeitig in die Budgetpolitik der Staaten Einblick nehmen zu können. Die EU-Kommission müsse ihr Personal aufstocken und viel kritischer sein als bisher.
Die Gefahr, dass es unmittelbar zu einem Domino-Effekt auf Spanien und Portugal kommt, hält Breuss nicht für groß. "Sie wäre größer gewesen, wenn wir Griechenland nicht geholfen hätten." Die Finanzmärkte seien bereits nervös und hätten mit Zinsaufschlägen auf die Anleihen dieser beiden Länder reagiert - nun würden sich Spanien und Portugal wohl bemühen, ihre Budgets in Ordnung zu bringen. "Wenn die in eine ähnliche Situation kämen, so hohe Zinsen zu zahlen, dass sie kein Geld mehr am Kapitalmarkt aufnehmen können, dann wäre die Eurogruppe überfordert und die Eurozone würde zerbrechen." Für einen funktionierenden Binnenmarkt brauche man aber eine Einheitswährung. Und die werde es Breuss zufolge auch in fünf Jahre noch geben - "aber mit geregelten Finanzmärkten".
(apa/red)
