"Wir werden Euro verteidigen": Barroso und
Van Rompuy rufen zur Rettungsaktion auf
- EU will permanenten Krisen-Mechanismus einrichten
- Faymann: Es ist "natürlich eine Notsituation" gegeben
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Die EU wird im Zuge ihrer Rettungsaktion für den Euro nach Worten von EU-Ratspräsident Van Rompuy einen permanenten Krisen-Mechanismus für die Eurozone schaffen. Nach dem Euro-Sondergipfel sagte Van Rompuy, die Kommission werde für das Sondertreffen der EU-Finanzminister am Sonntag einen Vorschlag für einen "europäischen Stabilisierungsmechanismus" unterbreiten.
"Wir werden die Stabilität und die Integrität der Eurozone gewährleisten", versicherte Van Rompuy. Die Eurozone sei derzeit mit einer "schwerwiegenden Lage" konfrontiert. Alle 16 Staats- und Regierungschef der Euro-Länder seien sich darin einig, "dass die ganze Palette der Möglichkeiten genutzt wird, um die Stabilität der Eurozone zu gewährleisten." Noch vor der Öffnung der asiatischen Märkte am Montag soll damit ein klares Signal für die Eurozone gesetzt werden.
"Wir werden den Euro verteidigen"
"Wir werden den Euro verteidigen, egal was dies erfordert", sagte auch EU-Kommissionschef Barroso. Dem schlossen sich der französische Präsident Sarkozy und die deutsche Kanzlerin Merkel an. Ab sofort werden die Spekulanten bezahlen müssen", sagte Sarkozy. "Wir werden Gemeinschaftsinstrumente ergreifen, um uns gegen Spekulationen zu wehren", pflichtete auch Merkel bei.
Finanziellen Umfang oder Details des Krisen-Mechanismus wollte Barroso nicht nennen. Er könne nur sagen, dass der Mechanismus von den bestehenden Finanzierungsmöglichkeiten aus dem Gemeinschaftshaushalt ausgehe, sagte er. Den Vorschlag wolle die EU-Kommission erst am Sonntag den Finanzministern vorlegen und nicht vorher öffentlich machen. Am Rande des Treffens war jedoch die Rede von rund 70 Mrd. Euro, um vom Staatsbankrott bedrohten Euro-Länder zu helfen.
Der luxemburgische Ministerpräsident Juncker sprach von einer ernsthaften Gefährdung der Gemeinschaftswährung. Nicht nur Griechenland, Spanien, Portugal und Italien würden angegriffen, sondern die gesamte Eurozone werde bedroht, so Juncker. "Es geht hier um eine weltweit organisierte Attacke gegen den Euro."
Faymann: "Natürlich eine Notsituation"
Bundeskanzler Werner Faymann hält es trotz rasanter Maßnahmenpakete für "nicht wahrscheinlich, dass die Spekulation bis Sonntagabend abgeschafft wird". Faymann verwies darauf, dass "natürlich eine Notsituation" insofern auch aufgrund der Lage in Griechenland gegeben sei und "wir sehr stark der Spekulation ausgeliefert sind". Allerdings sei das Thema "Spekulation der Finanzmärkte, ausgehend von Ratingagenturen und Finanzjongleuren, nicht innerhalb der nächsten 48 Stunden" zu lösen. Dies solle beim EU-Gipfel im Juni erfolgen.
(apa/red)
