Freitag, 7. Mai 2010

Berlins Milliarden auf Griechenlandurlaub:
Deutscher Bundestag nickt Hilfe für Athen ab

  • Bis zu 22,4 Milliarden Euro fließen bald in den Süden
  • Österreichs Finanzminister fordert "rigide Kontrollen"

Deutschland hat die Hilfen für das finanziell schwer angeschlagene Griechenland abgesegnet. Kurz nach dem Bundestag stimmte auch der Bundesrat dem deutschen Griechenland-Rettungspaket zu. Die Länderkammer billigte in Berlin den Gesetzentwurf der schwarz-gelben Koalition. Anschließend unterzeichnete Bundespräsident Horst Köhler das Griechenland-Gesetz, das nun sofort in Kraft treten kann. Es sieht Kreditermächtigungen von bis zu 22,4 Mrd. Euro bis zum Jahr 2012 für Griechenland vor.

Auch Portugal, Spanien, Frankreich, Belgien, die Niederlande und Luxemburg billigten ihre Hilfsbeiträge. Insgesamt stellen die Euro-Länder zur Rettung ihres Partners in diesem Zeitraum bis zu 80 Milliarden Euro bereit, der Internationale Währungsfonds (IWF) bis zu 30 Milliarden Euro. Deutschland trägt - entsprechend seiner Bevölkerungszahl - den größten Teil der Not-Kredite der Euro-Gruppe. Bewilligt ist das Hilfepaket von Euro-Ländern und IWF von 110 Mrd. Euro erst, wenn ein Sondergipfel der Euro-Länder am Abend einstimmig zustimmt.

Die Kredite von 110 Milliarden Euro werden das Land für mindestens eineinhalb Jahre vom Druck befreien, sich am Kapitalmarkt neues Geld zu besorgen, so der Plan der 16 Mitglieder und des Internationalen Währungsfonds IWF. Deutschlands Bundeskanzlerin Merkel will den Sondergipfel in Brüssel zudem als Startschuss für eine tiefgreifende Reform des Euro-Stabilitäts- und Wachstumspaktes nutzen. Über ihre Forderung, Schuldenstaaten wie Griechenland künftig in eine geordnete Insolvenz rutschen zu lassen, wird vermutlich heftig gerungen.

Finanzminister Pröll verlangte "rigide Kontrollen und schmerzhafte Sanktionen" für Defizitsünder, "damit eine Situation wie die jetzige in Zukunft vermieden werden kann". Er gab zudem bekannt, dass er Österreich in der EU-Taskforce unter Leitung von Ratspräsident Van Rompuy vertreten wird, die Lehren aus der aktuellen Krise ziehen soll.

Bundeskanzler Faymann erwartet vom Sondergipfel ein "deutliches Signal an die Märkte und an die Menschen in Europa". Natürlich gehe es darum, jetzt das Rettungspaket durchzubringen, doch gelte es auch sicherzustellen, dass Griechenland seine Bedingungen einhält und die Rückzahlung der Kredite durchgeführt werde.

(apa/red)

7.5.2010 19:54
m3dicus, 07. 05. '10 13:03
Neofaschistische Methoden
"Ministerpräsident Giorgos Papandreou schloss drei Abgeordnete aus seiner Fraktion aus, weil sie bei der ersten Abstimmung nicht für die Sparmaßnahmen gestimmt hatten."

Das ist wie bei unserem "freien" Journalismus: Macht was wir euch sagen, oder zieht die Konsequenzen!

Wenigstens ist der neue Faschismus nicht mehr so wie der alte. Man wird nicht mehr erschossen, sondern nur wirtschaftlich getötet.

Wir sollten uns solidarisch mit den Griechen zeigen und auch auf den Straßen gegen die Politik demonstrieren!
Wilfried1931, 07. 05. '10 16:50
Re: Neofaschistische Methoden
es waere vor allem wichtig Spinner von Internetforen fern zu halten, der Sparkurs ist wohl die einzige Alternative zur Grichischen Verschwendung und wir werden ganz bestimmt in Austria gegen den Sparkurs und fuer den Verlust unserer Milliarden demonstrieren