Griechen völlig außer Kontrolle: Erste
Todesopfer bei Protesten gegen Sparpläne
- Bank in Athen in Brand gesetzt: Drei Menschen tot
- Junge Demonstranten mit Molotowcocktails bewaffnet

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Bei den bisher gewalttätigsten Auseinandersetzungen wegen der Sparpläne in Griechenland sind in Athen drei Menschen ums Leben gekommen. In einer Bankfiliale, die von jugendlichen Demonstranten mit Molotowcocktails in Brand gesetzt wurde, kamen nach Polizeiangaben zwei Frauen und ein Mann zu Tode.
Die Feuerwehr benötigte 15 Minuten, um zum Gebäude der Marfin Bank vorzudringen. Fünf weitere Angestellte konnten vom Balkon des brennenden Gebäudes gerettet werden. Demonstranten setzten Barrikaden sowie mehrere Autos und einen Wagen der Feuerwehr in Brand. Ein Teil der Demonstranten versuchte erneut, das Parlament zu stürmen. Polizisten wurden mit Steinen beworfen, sie gingen mit Tränengas und Schockgranaten gegen die Menge vor.
30.000 gegen Sparpläne
Zuvor waren rund 30.000 Menschen nach Polizeiangaben dem Protestaufruf der beiden großen griechischen Gewerkschaftsverbände, GSEE für die private Wirtschaft und ADEDY für den öffentlichen Dienst, gefolgt. Sie demonstrierten zunächst friedlich. Die kommunistische Gewerkschaft Pame mobilisierte in einer separaten Veranstaltung ebenfalls im Zentrum Athens rund 10.000 Anhänger. Die Gewerkschaft der griechischen Staatsbediensteten hat ungeachtet der Todesopfer für kommende Woche weitere Streiks gegen das drakonische Sparprogramm der Regierung angekündigt.
Die Proteste richteten sich gegen die rigiden Sparpläne der Regierung, die diese mit den Euroländern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) im Gegenzug für Kredithilfen in Höhe von 110 Milliarden Euro für die kommenden drei Jahre aushandelte.
Bankangestellte streiken
Unterdessen traten die Bankangestellten in Griechenland in den Streik. Sie protestieren damit gegen die Brandstiftung, der drei Kollegen zum Opfer fielen. In der Nacht verlief in Athen alles ruhig. Ein Großaufgebot der Polizei sicherte die ganze Nacht über die Straßen im Stadtzentrum und kontrollierte jeden Verdächtigen. Insgesamt 25 Menschen wurden festgenommen.
(apa/red)
