War das erst der Anfang? Faymann will
weitere Finanzhilfen nicht ausschließen
- Regierung stellt Weichen für Milliardenkredit an Athen
- Finanzminister warnt vor verheerenden Alternativen
PLUS: Griechenland bereitet sich auf Megastreik vor
·Geldverschwendung
oder wichtiger Schritt
UMFRAGE: Was sagen Sie
zur Hilfe für die Griechen?
·Megastreik läuft
in Griechenland an
Staatsbedienstete laufen
gegen Sparpläne Sturm
·Bittere Pillen für den
griechischen Patienten
Die Krankenakte eines
dahinsiechenden Landes
·Privilegienkaiser &
Nichtsnutzgremien
Wie Griechenland sein
Geld verschleudert hat
·EU pumpt 110 Mrd. Euro zu den Griechen
Pröll: Österreich steuert
2,28 Mrd. an Hilfe bei
·Auf Griechen wartet Herkules-Aufgabe
30 Mrd. müssen ab sofort eingespart werden

Eben erst hat Europa 110 Milliarden Euro locker gemacht - und schon kommen erste Zweifel auf, ob das reicht, um die europäischen Pleitekandidaten vor dem Ruin zu retten. "Es weiß heute niemand, ob weiteres Löschwasser nötig ist", gibt Bundeskanzler Faymann zu. Löschwasser, für das auch Österreich sorgen müsste.
Die Regierung hat es eilig: Um den österreichischen Anteil am europäischen Hilfspaket für Griechenland rasch bereitzustellen, hat der Ministerrat bereits die Weichen gestellt. Auf knappe 2,3 Milliarden Euro beläuft sich Österreichs Beitrag zur Mammuthilfe der EU - zumindest nach derzeitigem Stand. Sollte Griechenland oder ein anderer europäische Pleitekandidat nämlich mehr Geld benötigen, wird auch Österreich erneut zur Kasse gebeten. Ausschließen will dieses Szenario auch Faymann nicht: "Das kann niemand versprechen", so der Kanzler.
Es sei heute nicht möglich, einen Strich unter die Rechnung zu machen und zu beziffern, wieviel die Krise kostet, so Faymann. Niemand wisse, welche Kraftanstrengungen man noch brauche, um die Schwächen der Eurozone auszugleichen. Spekulation oder Schattenwirtschaft hätten in schwierigen Zeiten mehr Nahrung als in Zeiten von Hochkonjunktur.
Alternative verheerend
Finanzminister Pröll beharrt hingegen auf dem Maximalrahmen von knapp 2,3 Mrd. Euro. "Wir wissen nicht, ob die Mittel zur Gänze abgerufen werden." Die Alternative, also eine Verweigerung der Unterstützung, wäre "verheerend". Aufgrund der Investitionen heimischer Banken in Griechenland hätte Österreich auf einen Schlag "fünf Milliarden zu disponieren gehabt", betont Pröll vor. Dann wäre man "aus dem Retten von Banken in Europa nicht mehr heraus gekommen", bekräftigte Faymann.
Die Griechen werden die Kredite voraussichtlich in vierteljährlichen Tranchen abrufen. Damit verbunden sind vierteljährliche Berichtspflichten und die Einhaltung von Auflagen. Pröll appellierte an Griechenland, die Situation ernst zu nehmen. "Der Geduldsfaden gegenüber den Griechen hängt am seidenen Faden." Dort laufen indes die Vorbereitungen für den landesweiten Generalstreik, der ganz Griechenland lahmlegen soll.
(apa/red)
