Griechen zittern vor dem Sparprogramm:
Staatsbudget um 30 Milliarden geschrumpft
- "Maßnahmen-Dampfwalze für Beamte und Rentner"
- Gewerkschaften schicken Mitglieder auf die Straße
·EU pumpt 110 Mrd. Euro zu den Griechen
Pröll: Österreich steuert
2,28 Mrd. an Hilfe bei
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30 Mrd. müssen ab sofort eingespart werden
·Hoffen auf baldige Schuldenrückzahlung
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die Sicherungen durch
Athen: Krawalle wegen angekündigter Sparpläne
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nächste Sorgenkinder
Weltuntergangsstimmung
auf iberischer Halbinsel

Der "Tag danach": Schockiert und ängstlich haben Griechenlands Medien und große Teile der Bevölkerung auf die Verkündung der Sparmaßnahmen zur Rettung des Landes reagiert. "Auf der Suche nach Hoffnung", titelte die konservative Athener Zeitung "Apogevmatini". "Hunger und Misere", lautete der Tenor in der Boulevardzeitung "Avriani". "Ja, ja, wir wissen, wer den Preis bezahlen wird - natürlich wir", kommentierte ein Rentner in der Früh, als er die frisch gedruckten Zeitungen in einem Kiosk am zentralen Omonoia-Platz von Athen las. In der Athener U-Bahn sah man nur noch besorgte Gesichter. Die Menschen unterhielten sich leise, der Satz: "Was steht uns noch bevor?" ließ sich immer wieder aus ihren Gesprächen entnehmen.
"Ersticken! (des Marktes)" titelte das Blatt "Ethnos". Die linksliberale Zeitung "Eleftherotypia" meinte, den Griechen stünden "Vier Jahre ohne Atemzug" bevor. Auch die regierungsnahe "Ta Nea" reagierte mit dem Titel "Maßnahmen-Dampfwalze für Beamte und Rentner - Die Große Opfergabe". Viele Griechen befürchten, dass im Kleingeschriebenen des Abkommens mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Zentralbank (EZB) der Teufel stecke. Da könnte die Rede von weiteren Maßnahmen sein, die notfalls getroffen werden müssen, wird spekuliert. "Da steht auch was über eine Regulierung des Arbeitsmarktes. Ich lese zwischen den Zeilen die Abschaffung aller Kündigungsschutzgesetze", meinte der Kellner einer Bar in der Nähe des Parlamentsgebäudes.
Gewerkschaften machen mobil
Die griechischen Gewerkschaften machen jedenfalls mobil gegen das Sparprogramm. Am Montag begann ein Streik bei der Müllabfuhr. Am Dienstag und Mittwoch wollen die Beamten in den Streik treten. Auch die Lehrer schlossen sich dem Ausstand an. Am Mittwoch will sich auch die Gewerkschaft der privaten Wirtschaft GSEE den Streikaktionen anschließen. "Generalstreik am Mittwoch", heißt es auf Plakaten der Gewerkschaften, die an Bäumen in Athen kleben. Die Fluglotsen wollen dann den griechischen Luftraum für 24 Stunden komplett schließen - ein Schlag für den lebenswichtigen Tourismusbereich.
Griechenland will und muss bis 2013 im Budget 30 Mrd. Euro einsparen. Darauf haben sich die griechische Regierung, der Internationale Währungsfonds (IWF), die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB) geeinigt. Das Budgetdefizit soll bis 2014 von derzeit 13,6 auf 3,0 Prozent reduziert werden.
IWF, EU-Kommission und EZB wollen den Griechen mit 110 Mrd. Euro unter die Arme greifen. Dies allerdings nur, wenn Experten der drei Institutionen alle drei Monate die Einhaltung der Sparversprechen prüfen können. Die Gewerkschaften rechneten aus, dass mit den Sparmaßnahmen der Regierung vor allem die Staatsbediensteten zwischen 20 bis 30 Prozent ihres Einkommens verlieren werden.
(apa/red)
