Dicke Luft und aufdringliche Mitarbeiter:
Großraumbüros machen krank & unglücklich
- Mitarbeiterbeschwerden nehmen mit Raumgröße zu
- Produktivität & Zufriedenheit lässt zu wünschen übrig

·Wie man schnell wieder Arbeit findet
AMS-Expertin: "Informelle
Netzwerke" sind wichtig
·Internet erobert
den Arbeitsmarkt
Wer gut vernetzt ist,
hat die Nase vorn
Lebst du noch oder arbeitest du schon? Zwei von drei Angestellten müssen sich Tag für Tag mit mitteilungsbedürftigen Tischnachbarn, stickiger Luft und künstlichem Licht abfinden. Die Arbeitsstätte Großraumbüro ist für viele Menschen ein tägliche Belastungsprobe. Dabei sind es oft ähnliche Probleme, die die Mitarbeiter beschäftigen, wie Schweizer Forscher herausgefunden haben.
Gereizte, brennende oder juckende Augen, Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen oder Müdigkeit - kommt Ihnen alles bekannt vor? Dann sind wohl auch Sie ein leidgeplagter Großraumbüroarbeiter.
Denn wer in einem Großraumbüro arbeitet, ist häufiger krank und unzufriedener als jemand, dem ein kleines Büro zur Verfügung steht. Das ergab eine Befragung des Schweizer Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) und der Hochschule Luzern.
Die am häufigsten genannten Beeinträchtigungen aus der Umgebung sind der Studie zufolge Lärm im Raum, etwa durch Gespräche und Telefonate im Hintergrund, gefolgt von trockener oder schlechter Luft, Problemen mit der Temperatur, ungenügendem Licht und Zugluft. Räume mit Klimaanlagen kamen generell schlechter weg als solche mit natürlicher Lüftung.
Vielfältige Symptome
Bei den arbeitsorganisatorischen Faktoren ergab die Studie ebenfalls deutliche Unterschiede: In kleinen Büros sind die Angestellten generell zufriedener, unterbrechen die Arbeit weniger häufig und bewerten die Attraktivität ihrer Arbeitsplatzes höher. Zudem gaben Personen in solchen Büros häufiger an, ihr Arbeitsplatz erlaube ihnen, produktiv zu sein. Große Büros verzeichnen mehr krankheitsbedingte Absenzen als kleine.
Immerhin liegt es im Interesse der Arbeitgeber, für angenehme Arbeitsbedingungen zu sorgen. Werden technische Einrichtungen wie Beleuchtung und Lüftung bedürfnisgerecht gestaltet, könnten die Unternehmen mittel- und langfristig Kosten etwa wegen mehr Absenzen vermeiden, schlussfolgert die Studie. Und schließlich sind zufriedene Mitarbeiter für den Arbeitgeber immer ein Gewinn.
(apa/mei)
