Die Kärntner Finanzgruppe AvW ist pleite:
Über 12.500 Kunden von Insolvenz betroffen
- Firmenchef bereits seit Tagen in Untersuchungshaft
- Überschuldung der Gruppe beträgt 50,7 Millionen

Die angeschlagene Kärntner AvW-Finanzgruppe ist in die Insolvenz geschlittert. Eineinhalb Wochen nachdem Unternehmenschef Wolfgang Auer Welsbach wegen eines mutmaßlichen Finanzdelikts in Untersuchungshaft genommen wurde, haben die Vorstände der AvW Gruppe AG und der börsenotierten AvW Invest AG die Insolvenzanträge eingebracht.
Zu dem raschen Schritt habe man sich entschlossen, um einen "geordneten Übergang" zu ermöglichen, sagte AvW-Anwalt Franz Großmann. An Gründen für die Konkurse nannte er mehrere: Die allgemeine wirtschaftliche Lage, aber auch eine Reihe von Klagen von Genussscheingläubigern, die Rückstellungen in einem Ausmaß erfordert hätten, das man nicht bewältigt hätte.
Das Landesgericht Klagenfurt hat die Konkursverfahren über die AvW Gruppe AG und die AvW Invest AG eröffnet. Zur Masseverwalterin wurde jeweils die Insolvenzverwaltungsges.m.b.H. aus Klagenfurt, vertreten durch Gerhard Brandl, bestellt. Das Gericht wies Brandl "sofort" an, die Massevermögen zu schätzen und inventarisieren. Die erste Gläubigerversammlung wurde für 6. Juli vorerst im Geschworenensaal des Landesgerichtes Klagenfurt anberaumt. Forderungen können in beiden Verfahren bis zum 30. Juni 2010 über den ÖVC angemeldet werden. Das Gericht geht von mindestens 12.500 Gläubigern aus. Alle anhängigen Zivilverfahren der beiden Unternehmen wurden unterbrochen.
Die Überschuldung der AvW Gruppe und der AvW Invest beträgt 50,7 Mio. Euro. Die Gruppe beschäftigt nur zwei Mitarbeiter, die Überschuldung dürfte sich laut "Österreichischem Verband Creditreform" auf rund 14 Mio. Euro belaufen. Deren 75-Prozent-Tochter, die Invest AG, hat elf Mitarbeiter und dürfte mit rund 36,7 Mio. Euro überschuldet sein. Für Involvierte ist dieser Betrag überraschend hoch.
(apa/red)
