4,64 ÖOC-Millionen Euro "verschwunden": Präsident Stoss zeigt sich völlig erschüttert
- Untersuchungskommission hat Arbeit abgeschlossen
- Nicht nachvollziehbar, wohin das Geld geflossen ist
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Wallner-Nachfolger
für vier Jahre gewählt
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Insgesamt zehn ÖOC-
Präsidenten in Geschichte

Das Österreichische Olympische Komitee sucht nach Geldern in der Höhe von 4,64 Millionen Euro. Laut Abschlussbericht der unabhängigen Untersuchungskommission ist derzeit nicht aufklärbar oder nochvollziehbar, wohin diese Gelder im Zeitraum von 2003 bis Frohjahr 2009 geflossen sind. ÖOC-Präsident Stoss zeigte sich "erschüttert" uns "wütend auf das, was ich hier feststellen musste".
Das werfe ein ganz schlechtes Bild auf das Österreichische Olympische Komitee, erklärte Stoss weiter. Der Abschlussbericht wurde der Staatsanwaltschaft Salzburg übergeben, ansonsten besitzt ihn im ÖOC nur Stoss. Auch Sportminister Darabos habe kein Exemplar erhalten. Man habe dies "heute ganz freundschaftlich diskutiert."
Das ÖOC will sich schadlos halten und u.a. klären, wie die Haftung auf den früheren Vorstand auszulegen ist, das gelte für Kassiere und Rechnungsprüfer. Stoss stellte aber auch klar: "Das ÖOC wird sich im Fall einer Anklage als Privatbeteiligter an das Verfahren anhängen. Wir möchten jeden Cent wieder rückgefordert haben, wenn zweckgebundene Gelder fälschlicherweise anders verwendet wurden."
Stoss nannte ein paar Beispiele, wofür das Geld ausgegeben worden ist. "Ich weiß beim besten Willen nicht, was das ÖOC mit einem Rasentraktor tut. Oder wenn ich lese, Reparaturarbeiten für eine Fußbodenheizung, da stellt sich bei mir die Frage, wo eine ist." Weiters fänden sich Posten wie Feintuning für einen Porsche, Privatflüge für Familienmitglieder, Werkzeuge wie Bohrer und Schlagschrauber, ein VW-Bus mit Luxusausführung, eine automatsche Schiebetür, aber auch Zuwendungen für Reittrainer, private Reitvereine oder die Freiwillige Feuerwehr.
"Das muss aufgeklärt werden, das kann man nur durch Befragungen der Betroffenen oder in Malversationen involvierten Personen. Das steht außerhalb unserer Macht, das können nur ordentliche Gerichte tun." Stoss selbst rechne mit Verfahren. Auf die Frage, ob der ehemalige Präsident Leo Wallner dazugehören könne, meinte er: "Da ist in all den Erhebungen bis heute nichts zutage getreten. Auszuschließen ist gar nichts, aber es ist weder eine Unterschrift noch eine Transaktion an den ehemaligen Präsidenten sichtbar."
Der ehemalige Generalsekretär Heinz Jungwirth (mit Februar 2009/einvernehmliche Auflösung des Dienstvertrages) sowie dessen Stellvertreterin Manuela Kovarik (März 2010, fristlos entlassen) haben das ÖOC verlassen, für beide gilt die Unschuldsvermutung. Aktuell verdächtig werden laut Stoss "ganz sicher zwei Personen". Vorläufig hätten die Ergebnisse keine Auswirkungen auf aktuell im ÖOC beschäftigte Mitarbeiter, aber auch das wollte Stoss "nicht ausschließen".
(apa/red)
