Austria will Meister-Party platzen lassen: Salzburg bei Sieg oder Remis Champion
- Daxbacher: "Salzburg Favorit, wir spielen auf Sieg"
- Bullen-Coach Stevens kennt kein Nervenflattern

Für die Meister-Party ist heute alles angerichtet. Salzburg kann in der vorletzten Runde im Heimspiel (16.00 Uhr LIVE in NEWS.at-Ticker) gegen Austria Wien mit einem Remis erstmals in der Ära von Red Bull den Titel in der Bundesliga mit Erfolg verteidigen. Hans Rinner und Georg Pangl, Präsident und Vorstand der Bundesliga, haben sich als Zuschauer angesagt und bringen den "Meisterteller" mit.
Im Lager der "Bullen" wundert man sich darüber, dass nach den jüngsten Resultaten neue Spannung im Titelkampf aufgekommen sein soll. "Wenn ich auf die Tabelle schaue, dann verstehe ich die ganze Aufregung nicht. Wir haben noch immer vier Punkte Vorsprung. Vor einer Woche mussten wir noch vier Zähler holen, jetzt nur noch einen. Wieso soll der Druck bei uns liegen?", fragt Huub Stevens, der als Trainer noch keinen nationalen Meistertitel gewonnen hat.
Auch kennt der Niederländer unmittelbar vor dem Matchball kein Nervenflattern. "Ich habe nach dem Spiel in Kapfenberg und auch nach dem Wiener Derby gut geschlafen", erzählte der "Bullen"-Dompteur. Und an sein Titeltrauma vom 19. Mai 2001, als er als Coach des FC Schalke in letzter Sekunde den Titel dem FC Bayern hatte überlassen müssen, wird er nur deswegen erinnert, weil er derzeit die eine oder andere Geschichte darüber liest.
Dass es ihm jetzt wie damals gehen könnte, daran denkt Stevens, der jedes Spiel mit einem Sieg beenden möchte, überhaupt nicht. Er macht sich auch keine Sorgen darüber, dass es schwierig ist, den einen noch fehlenden Punkt ins Trockene zu bringen. "Wir haben die Qualität, um Tore zu schießen", sagt er trotz des 0:2 in Kapfenberg. Da Segagya wieder fit ist, dürfte der Legionär ein Comeback geben. Denkbar ist auch, dass der quirlige Wallner anstelle von Janko die bessere "Waffe" gegen die kopfballstarke Austria-Innenverteidigung ist.
Daxbacher bleibt Realist
Obwohl die seit zehn Runden ungeschlagenen Gäste mit breiter Brust kommen und den Spielverderber der Meister-Party geben wollen, bleibt Karl Daxbacher Realist. "Die Salzburger sind klarer Favorit", sagte der Austria-Feldherr, fügte aber im gleichen Atemzug unmissverständlich hinzu: "Wir fahren hin und versuchen, zu gewinnen", sagte der Austria-Feldherr klipp und klar.
Sollten die Favoriten drei Punkte entführen, dann wird es nochmals interessant, die Entscheidung erst in der letzten Runde am Donnerstag fallen. "Auch wenn wir Zweiter werden sollen, müssen wir gewinnen", meinte Daxbacher, der vom ersten vollen Erfolg der Austrianer in Wals-Siezenheim seit dem 30. September 2007 (1:0 durch Emin Sulimani) hundertprozentig überzeugt ist.
Seine Mannschaft schwebe durch die jüngsten Erfolge derzeit auf einer Welle der Euphorie. "Eine solche Welle ist nötig, um erfolgreich zu sein und mit dem Erfolg stellt sich dann auch das nötige Glück ein", glaubt der Niederösterreicher, der sicher ist, dass seine Mannen für das Gipfeltreffen gerüstet sind. "Wir sind in Form und top, was das Mentale und Körperliche betrifft", meint der 57-Jährige.
(apa/red)
