Red Bull im Spanien-Training überlegen: Vettel Schnellster vor Teamkollege Webber
- Schumacher und Alonso folgen auf den Plätzen
- Am Samstag findet vorentscheidende Quali statt

·Klien zitterte bis zur allerletzten Minute
Bangen um Super-Lizenz.
Starke Trainings-Leistung
·Red Bull auch beim Spanien-GP Favorit
Europa-Auftakt mit
Klien als Freitagstester
Es war ein deutliches Zeichen. Red Bull hat seine Favoritenrolle im Formel-1-Grand-Prix von Spanien eindrucksvoll unterstrichen. Sebastian Vettel und Mark Webber fuhren der Konkurrenz im freien Training auf und davon. Jungstar Vettel war in 1:19,965 Minuten klar der Schnellste. Auf den Plätzen folgten Teamkollege Webber und bereits mit Respektabstand Rekordweltmeister Michael Schumacher im Mercedes.
Red Bull scheint seine technische Überlegenheit nach Europa gerettet zu haben. Alle Teams haben teils signifikante Updates nach Barcelona gebracht, der RB6 scheint aber noch immer das mit Abstand schnellste Auto im Feld. Lokalmatador Fernando Alonso verlor im Ferrari als Vierter bereits mehr als 0,8 Sekunden auf Vettel. "Unter normalen Bedingungen wird Red Bull hier nur sehr, sehr schwer zu schlagen sein", meinte der Doppel-Weltmeister.
Die schnellen Kurven auf dem Circuit de Catalunya kommen den Bullen besonders entgegen. Lediglich das Wetter könnte dem österreichisch-englischen Team einmal mehr einen Strich durch die Rechnung machen. Bereits drei der ersten vier Saisonrennen waren von wechselnden Bedingungen beeinflusst worden, am Sonntag könnten es auch in Montmelo regnen. Die Temperaturen dürften weiterhin zwischen kühlen 15 und 20 Grad liegen.
Vettel war bisher dreimal auf Pole Position gestanden, ausgerechnet das vierte Rennen in Malaysia hat er für sich entschieden. "Wir dürfen den Freitag nicht überbewerten. Da geht es um die Goldene Ananas", warnte der 22-jährige Deutsche, dem in der WM-Wertung 15 Punkte auf Leader Jenson Button fehlen. Vorentscheidend werde das Qualifying am Samstag. Immerhin wurden die vergangenen neun Grand Prix von Spanien allesamt aus Pole gewonnen.
Lebenszeichen von Schumacher
Ein deutliches Lebenszeichen gab auch Schumacher von sich. Der Comeback-Star verlor zwar fast acht Zehntel auf Vettel, war als Dritter aber mehr als eine halbe Sekunde schneller als sein Teamkollege Nico Rosberg (7.). "Ich habe viel mehr Vertrauen ins Auto. Es macht jetzt viel mehr das, was ich will", erklärte Schumacher. Eine neue, zweigeteilte Airbox verbessert unter anderem den Luftstrom zum Heckflügel des Mercedes.
Ferrari testete im freien Training erstmals das Luftschacht-System, das McLaren auf der Geraden knapp fünf km/h schneller macht. "Ich habe im Auto nicht viel davon gespürt. Wir müssen abwarten, ob wir es auch am Wochenende verwenden", sagte Alonso. Red Bull arbeitet ebenfalls bereits mit Nachdruck an einem entsprechenden System, wird es aber frühestens Ende Mai in der Türkei einsetzen - wenn es ausreichend ausgereift ist.
Ausgereift ist beim neuen Team Hispania sehr wenig, daher hat der Nachzügler den Österreicher Christian Klien als Entwicklungspiloten geholt. In seiner ersten Ausfahrt war der Vorarlberger bereits eine halbe Sekunde schneller als Stammfahrer Bruno Senna. Am Nachmittag, als Klien nicht mehr im Auto saß, steigerte sich der Brasilianer jedoch um 1,5 Sekunden. Am Vormittag war McLarens Lewis Hamilton in 1:21,134 vor Teamkollege Button der Schnellste gewesen.
(apa/red)
