Taliban bezahlen für Enthauptungen bitter:
Mindestens 22 Afghanen kommen ums Leben
- Milizionäre nach Vereitlung einer Attacke geköpft
- Zehn Menschen sterben bei Angriff der US-Luftwaffe

·Pakistan: Tödliche
Anschläge auf Lager
Mindestens 41 Menschen
finden Tod bei Explosion
·Mehrere Anschläge mit Toten in Pakistan
Sturm auf US-Konsulat
erfolgreich abgewehrt
Bei Gefechten und Anschlägen sind in Afghanistan mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Wie ein Armeesprecher mitteilte, enthaupteten Taliban-Kämpfer in der westlichen Provinz Herat vier Angehörige einer regierungstreuen Stammesmiliz. Die Männer sollen sich einem Selbstmordkommando in den Weg gestellt haben, das eine US-Militärbasis angreifen wollte. Anschließend seien afghanische und amerikanische Soldaten ausgerückt und hätten zehn Aufständische getötet. Präsident Hamid Karzai, der in den nächsten Tagen in Washington erwartet wird, betonte in einem Beitrag für die "Washington Post", dass die ausländischen Truppen in Afghanistan von einem Erfolg noch "meilenweit" entfernt wären.
Sechs Zivilisten starben in der südlich von Kabul gelegenen Provinz Logar, als neben ihrem Auto ein Sprengsatz explodierte. Unter den Toten seien zwei Frauen und zwei Kinder, teilte die Provinzregierung mit. In der Nachbarprovinz Wardak wurde ein Konvoi einer privaten Sicherheitsfirma mit einer am Straßenrand versteckten Bombe angegriffen. Nach offiziellen Angaben blieben die Wachleute unverletzt, erschossen aber einen Zivilisten, als sie nach dem Anschlag auf ein nahe gelegenes Dorf feuerten. Ein weiterer Zivilist starb bei der Explosion eines Sprengsatzes in Kunduz.
Weite Teile des Landes seien weiterhin unsicher, schrieb Karzai. Um den internationalen Militäreinsatz zu einem Erfolg zu führen, müssten nächtliche Razzien und Hausdurchsuchungen beendet und die Kontrolle über die Gefängnisse an afghanische Sicherheitskräfte übertragen werden. Karzai kritisierte erneut den Tod afghanischer Zivilisten bei Einsätzen der ausländischen Truppen. Der Oberbefehlshaber der NATO- und der US-Truppen im Land, General Stanley McChrystal, habe in dieser Frage schon viel erreicht, es müsse aber noch mehr getan werden, forderte der Präsident.
Karzai trifft Obama
Karzai wird an diesem Mittwoch in Washington mit US-Präsident Barack Obama zusammentreffen. Am Vortag ist ein Gespräch mit Außenministerin Hillary Clinton geplant. Beobachter werten die Visite als Versöhnungsbesuch, da Karzai kürzlich mit mehreren Aussagen Ärger in Washington ausgelöst hatte. Zunächst behauptete er, hinter den Manipulationen bei der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr seien ausländische Kräfte gesteckt. Dann machte er den Start einer US-Großoffensive gegen die Taliban in Kandahar von der Zustimmung örtlicher Stammesführer abhängig. Zudem wehrte sich der afghanische Präsident massiv gegen Kritik an seiner Amtsführung aus dem Westen. Die USA hatten anschließend gedroht, den Staatsbesuch abzublasen.
Bei einem US-Luftangriff im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan sind unterdessen mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Wie aus pakistanischen Geheimdienstkreisen verlautete, wurden zahlreiche weitere Personen verletzt, als die von einer Drohne - einem unbemannten Flugzeug - abgefeuerten Raketen ein Gebäude im Stammesgebiet Nord-Waziristan zerstörten. Bei den Toten soll es sich um sechs Extremisten und vier Zivilisten handeln. Pakistanische Soldaten töteten zudem zehn Aufständische im Stammesgebiet Orakzai. Bei den Gefechten seien die Bodentruppen von Kampfhubschraubern unterstützt worden, sagte ein Militärsprecher.
(apa/red)
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