Donnerstag, 6. Mai 2010

Mega-Stahlglocke soll Bohrloch stopfen:
Knifflige Konstruktion gegen Ölkatastrophe

  • BP will Schaden im Golf von Mexiko begrenzen
  • Glocke wird über das Leck der Bohrinsel gestülpt

Zur Abdichtung des Öl-Lecks im Golf von Mexiko wurde eine riesige Stahlbetonglocke zur Unglücksstelle transportiert, an der vor zwei Wochen die Bohrplattform "Deep Water Horizon" nach einer Explosion versank. Die riesige Konstruktion soll die Lecks abdecken, das Öl durch Röhren an die Wasseroberfläche befördern, wo sie von einem Tanker aufgefangen werden sollen.

Gelingt die Operation, will BP eine weitere, kleinere Kuppel über ein zweites Leck in der Tiefseeleitung stülpen. Ein erster, kleiner Riss war bereits von einem Unterwasser-Roboter geschlossen worden. Das kleinere dritte Leck war am Dienstagabend bereits abgedichtet worden.

Aus den Lecks am Meeresgrund sprudeln täglich rund 800.000 Liter Öl hervor, seit am 22. April die von BP genutzte Bohrplattform "Deep Water Horizon" versank. Bei einer Explosion auf der Bohrinsel waren zuvor elf Arbeiter ums Leben gekommen.

Gegen den Eigner der Ölplattform, das in der Schweiz ansässige Unternehmen Transocean, sind im April und Mai vor verschiedenen US-Bundesbezirksgerichten Schadenersatzklagen wegen der Ölkatastrophe erhoben worden. Das teilte das Unternehmen am Mittwochabend in der Schweiz mit. Der Umsatz von Transocean sank im ersten Quartal 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 3,1 auf 2,6 Milliarden Dollar (zwei Milliarden Euro). BP hat die Bohrinsel von Transocean geleast.

(apa/red)

6.5.2010 14:04