Schockierende Details: Bohrinsel-Besitzer
hatten schon lange Sicherheitsbedenken
- Bereits vier tödliche Unfälle auf "Deepwater Horizon"
- Ölteppich bleibt Festland dank günstiger Winde fern

·Langwieriger Kampf gegen den Ölteppich
BP: Reparatur des Lecks dauert noch drei Monate
·Ölpest: Bevölkerung wettert gegen Obama
"Das war eine einzige Verschleierungsaktion"
·Obama: "BP wird die Rechnungen zahlen"
Ölteppich: Fieberhafte Bemühungen um Rettung
·BILDER: Der Kampf gegen die Katastrophe
Mehrere hundert Tonnen täglich ins Meer geflossen
·Ölpest kommt Obama
gar nicht gelegen
Kritik am Katastrophen- Kurs des US-Präsidenten
·USA vor schlimmster Ölpest seit 20 Jahren
Hunderte Tier-, Vogel- & Fischarten akut bedroht
Schockierende Details zur Ölkatastrophe: Offenbar gab es schon seit langem Sicherheitsbedenken. Der Betreiber der im Golf von Mexiko gesunkenen "Deepwater Horizon" sorgte sich bereits im vergangenen Jahr um die Sicherheit auf ihren Bohrplattformen. Wegen vier tödlichen Unfällen wurde den Topmanagern der Firma Transocean der Bonus gestrichen, wie aus amtlichen Dokumenten hervorgeht, die am 1. April eingereicht wurden. Transocean ist ein Spezialist für Bohrplattformen und hatte die "Deepwater Horizon" an BP verliehen. Mit dem Wegfall der Boni sollte dem Management ein Anreiz gegeben werden, um für mehr Sicherheit zu sorgen.
Unterdessen scheint die Natur den Einsatzkräften bei der Bekämpfung der Ölpest zu helfen. Der Ölteppich im Golf von Mexiko bleibt der US-Küste vorerst fern. Zwar sprudeln weiter jeden Tag schätzungsweise 700 Tonnen Rohöl ins Wasser. Aber dank günstiger Winde wurde das Öl noch nicht am Festland angeschwemmt. Die Einsatzleiter vor Ort schätzen, dass es in den nächsten drei Tagen so bleibt.
Günstiger Wind erleichtert Säuberung
Der Wind gibt den Einsatzkräften Zeit, Säuberungsarbeiten und Schutzmaßnahmen für die Küstenregion mit Hochdruck voranzutreiben. Berichte, nach denen am Dienstag Öl auf die unbewohnten Chandeleur Islands vor der Südspitze des US-Staates Louisiana schwappte, blieben zunächst unbestätigt. Es seien mehr als 20 Boote zu der kleinen Inselkette geschickt worden. Aber bisher habe man kein Öl entdeckt, sagt ein Sprecher der Küstenwache am Abend (Ortszeit).
Chemikalien sollen Ölteppich zersetzen
Konteradmiralin Mary Landry zeigte sich erleichtert über das vorläufige Fernbleiben des Teppichs vom Festland: Sie nannte den Zeitgewinn ein "Geschenk", das es erlaube, im Kampf gegen die Ausbreitung der Ölpest alle Register zu ziehen. Dank des besseren Wetters arbeiteten Experten bereits auf vollen Touren daran, Öl von der Wasseroberfläche abzuschöpfen und durch das Versprühen von Chemikalien aufzubrechen.
Das Mittel, das einer Seifenlauge ähnelt, wurde auch erneut mit Hilfe von Roboterfahrzeugen unter Wasser eingesetzt - in der Nähe der drei Stellen in 1.500 Meter Tiefe, an denen das Öl austritt. Doug Suttles, Manager des britischen Ölkonzerns BP, nannte diese Prozedur "wirksam".
BP hoffte eines der Lecks mit Hilfe eines Roboters schließen zu können. Suttles räumte zugleich ein, dass dies an der Menge des ausfließenden Öls kaum etwas ändern werde. Aber es sei ein Fortschritt und werde die weiteren Arbeiten an einem Stopp des Ölaustritts erleichtern. "Wir haben es dann mit zwei statt drei Lecks zu tun", sagte der BP-Manager.
Die von BP geleaste Bohrinsel "Deepwater Horizon" war am 22. April nach einer Explosion gesunken. Seitdem strömt das Rohöl ins Meer. US-Präsident Barack Obama warnte vor einer Umweltkatastrophe von noch nie dagewesenem Ausmaß. Auf BP kommen Kosten in Milliardenhöhe zu.
(apa/red)
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