Mittwoch, 5. Mai 2010

Langwieriger Kampf gegen die Ölpest:
Reparatur des Lecks dauert noch Monate

  • Wiener Experte: Rasches Ende ist "unrealistisch"
  • BP: Bohrungen in rund drei Monaten abgeschlossen

Ein rasches Ende der sich vor der Südostküste der Vereinigten Staaten ausbreitenden Ölpest ist laut Peter Seifert, Leiter der Geologischen Bundesanstalt in Wien und ehemaliger Manager von Erdölkonzernen wie der OMV, "unrealistisch". Eine Zusatzbohrung werde Monate in Anspruch nehmen, sagte Seifert. Eine ähnliche Prognose gibt auch der Energiekonzerns BP ab. Nach Angaben der Firma dauert die Reparatur des Lecks drei Monate. Die Bohrungen für einen "Nebenzugang" zu der ursprünglichen Ölquelle hätten bereits begonnen, so BP.

Dies sei ein "entscheidender Schritt, um den Öl-Ausfluss dauerhaft zu stoppen", sagte BP-Chef Tony Hayward. Die Bohrung geht demnach bis zu vier Kilometer unter den Meeresgrund. Die Techniker erzeugen über das neue Loch einen Gegendruck und bringen so das aussprudelnde Öl zum Versiegen.

Greenpeace: Mit Tankerunglück vergleichbar
Nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation Greenpeace nimmt die Ölpest allmählich das Ausmaß eines schweren Tankerunglücks an. Der Greenpeace-Meeresbiologe Christian Bussau sagte im ZDF-"Morgenmagazin", die Menschen dort würden wochen- oder gar monatelang lang damit beschäftigt sein, die US-Küsten zu säubern.

"Das wirkliche Drama spielt sich bisher noch unter der Wasseroberfläche ab", sagte Bussau. Bis jetzt seien vor allem Kleinlebewesen betroffen. Die weiteren Folgen der Katastrophe seien noch nicht absehbar.

Schwarzenegger gegen neue Ölbohrungen
Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger will angesichts der Ölkatastrophe doch keine neuen Ölbohrungen vor der Küste Kaliforniens. Angesichts der Fernsehbilder habe er seine Meinung über die Sicherheit der Plattformen im Ozean geändert, sagte der republikanische Politiker. Schwarzenegger hatte sich dafür eingesetzt, vor der Küste von Santa Barbara nach Öl zu bohren und das Vorhaben auch mit dem riesigen Defizit seines Staates begründet. Kalifornien erhoffte sich Einnahmen von 100 Millionen Dollar (75,5 Mio. Euro) im Jahr und muss das Geld nun anders aufbringen.

(apa/red)

5.5.2010 09:15
brabus, 04. 05. '10 16:52
Arnie der Terminator
Recht hat er, wenn er den Wechsel auf Alternativenergien und Antriebe forciert. Das vermeintlich billige Öl, welches unter enormen technischen Risiken gewonnen wird ist am Ende des Tages vielfach teurer wie man anhand der Ölpestfolgen sieht. Tatsächlich kann der Schaden für die Umwelt ohnehin nicht bewertet werden. Dass die Chinesen aber Europa und den USA schon jetzt den Rang in dieser Technologie ablaufen, sollte unseren Wirtschaftsbossen und Politikern zu denken geben.