Dienstag, 4. Mai 2010

Anschlagversuch am Times Square: Mann
mit pakistanischer Abstammung verhaftet

  • In der Nähe des New Yorker Flughafens festgehalten
  • Mann wollte sich offenbar nach Dubai absetzen

Nach dem vereitelten Autobombenanschlag am New Yorker Times Square haben die US-Behörden einen ersten Verdächtigen festgenommen. Justizminister Eric Holder sagte, ein US-Bürger pakistanischer Abstammung sei am John-F.-Kennedy-Flughafen beim Versuch gefasst worden, das Land in Richtung Dubai zu verlassen.

Holder rief alle Amerikaner dazu auf, äußerst wachsam zu bleiben. Am Samstagabend war auf dem belebten Platz in Manhattan ein verdächtiger Geländewagen entdeckt und eine darin versteckte Bombe entschärft worden.

"Absicht war, Amerikaner zu töten"
"Die Absicht hinter diesem Terrorakt war ganz klar, Amerikaner zu töten", sagte Holder. Die Ermittlungsbehörden verfolgten in dem Fall weitere Spuren. Zudem werteten sie Aufnahmen zahlreicher Sicherheitskameras aus und untersuchten den aus Propan, Benzin und Feuerwerkskörpern gebauten Sprengsatz.

Auto bar und ohne Vertrag gekauft
Der Festgenommene, Faisal Shahzad, sollte im Laufe des Tages einem Haftrichter vorgeführt werden. Dem 30-Jährigen wird vorgeworfen, das Auto gekauft und es mit der Bombe auf den Times Square gefahren zu haben. Wäre der Sprengsatz detoniert, hätte es zur dieser Zeit viele Tote gegeben, sagten Regierungsvertreter. Shahzad soll den Nissan gegen Bargeld und ohne schriftlichen Vertrag erworben haben. Die "New York Times" berichtete, der Mann sei erst vor kurzem aus Pakistan zurückgekehrt.

Mehr als ein Täter vermutet
In Sicherheitskreisen hieß es weiter, möglicherweise gebe es mehr als einen Täter. Auch Verbindungen ins Ausland würden geprüft. Die Fluggesellschaft Emirates, mit der Shahzad nach Dubai fliegen wollte, erklärte, insgesamt seien drei Personen aus der Maschine geholt worden.

Anti-Terror-Task-Force ermittelt
Die pakistanischen Behörden sicherten den USA ihre Unterstützung zu. Pakistan ist ein wichtiger Verbündeter der USA und hat in der Vergangenheit hunderte Al-Kaida-Mitglieder festgenommen und einige von ihnen an die USA ausgeliefert. Am Sonntag bekannten sich die Taliban in Pakistan zu der Tat. Es habe sich um Vergeltung für die Tötung zweier führender Al-Kaida-Anführer im Irak sowie die Einmischung der USA in muslimische Staaten gehandelt. Experten äußerten sich unterschiedlich über die Taliban-Erklärung. Mittlerweile hat die vom Justizministerium geleitete Anti-Terror-Task-Force die Ermittlungen an sich gezogen.

(apa/red)

4.5.2010 12:51