Nach der Wahl ist vor dem Polit-Chaos:
Konservative vorn, verfehlen aber Absolute
- Brown und Cameron streiten um Regierungsanspruch
- Briten-Wahl: Grüne erstmals mit Sitz im Unterhaus
·"Nicht erreicht, was wir uns erhofft haben"
Enttäuschende Wahlnacht für die Liberaldemokraten
·Sex-Skandal führt
zu Wahlniederlage
Regierungschef von Nordirland verliert Sitz
·Nordirland: Bombe vor einem Wahllkokal
Funktionsfähiger Spreng- satz in Auto entdeckt
·Zwischen Charlie Brown & Hundefleisch
Quiz: Wie viel wissen Sie
über die britische Insel?
·Mit Fausthieben auf Stimmenfang - VIDEO
Britischer Politiker liefert sich Straßenschlägerei

Bei der Unterhaus-Wahl in Großbritannien haben die oppositionellen Konservativen unter Parteichef David Cameron die meisten Mandate errungen, die absolute Mehrheit aber verfehlt. Damit bleibt unklar, wer künftig die Regierung im Vereinigten Königreich stellen wird. Premierminister Gordon Brown kündigte an, er werde alles unternehmen, damit das Land eine stabile und starke Regierung erhalte.
Nach Auszählung nahezu aller Wahlkreise ist klar, dass die Konservativen die absolute Mehrheit von mindestens 326 Mandaten verfehlen werden. Auf die Tories entfallen nach derzeitigem Stand 298 Mandate, auf Labour 253 Sitze und auf die Liberaldemokraten 54. Der Rest geht an kleinere Parteien. BBC-Berechnungen zufolge erhielten die Konservativen landesweit 36 Prozent der abgegebenen Stimmen, Labour 29 Prozent und die Liberaldemokraten 23 Prozent. Es ist das erste Mal seit 1974, dass keine Partei bei einer Wahl die absolute Mehrheit erhält.
Die Grünen errangen bei dem Urnengang erstmals einen Sitz im Londoner Unterhaus. Den Auszählungsergebnissen zufolge gewann Parteichefin Caroline Lucas den Wahlkreis Brighton Pavilion an der englischen Südküste.
Laut Verfassung hat bei einem "hung parliament" zunächst der amtierende Premierminister das Recht zu versuchen, eine Regierung zu bilden. Tory-Chef Cameron erklärte jedoch in einer ersten Reaktion, Labour habe das Mandat zum Regieren verloren. Nun wird sich der Fokus darauf richten, welche Parteien in Gespräche treten werden. Die seit 1997 regierende Labour Party könnte sich um eine Koalition mit den drittplatzierten Liberaldemokraten bemühen. Doch selbst gemeinsam verfügen diese beiden Parteien nicht über die nötige Regierungsmehrheit.
(apa/red)
