44 Millionen Briten zur Wahl aufgerufen:
Bei den Parteien beginnt schon das Zittern
- Entscheidung über die politische Zukunft des Landes
- Konservativer Cameron hat beste Chancen auf Sieg

·Den Briten droht ein Parlament in Schwebe
Großbritannien wählt heute neues Unterhaus
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·Zwischen Charlie Brown & Hundefleisch
Quiz: Wie viel wissen Sie
über die britische Insel?
·Die Wahl ist für ihn
so gut wie verloren
Premier Brown sieht sich nur noch als Außenseiter
·Homophoben-Sager erschüttert die Tories
Britische Konservative schließen Kandidaten aus
·Fettnäpfchenalarm bei britischem Premier
Verbale Entgleisung - Hatte Mikro noch bei sich
Millionen Briten haben über ihre nächste Regierung entschieden. Die Parteien lieferten sich dabei einen erbitterten Wahlkampf-Endspurt - bei einem offenen Ausgang. Der Labour Party von Premier Brown droht nach 13 Jahren an der Macht eine empfindliche Niederlage. Die konservativen Tories führten in letzten Umfragen, konnten aber auch nicht unbedingt auf eine absolute Mehrheit zählen.
44 Millionen Wahlberechtigte waren dazu aufgerufen, die 650 Abgeordneten für das Unterhaus zu wählen. Mit ersten Hochrechnungen wird unmittelbar nach Schließung der Wahllokale am späten Abend gerechnet. Die Wahlbeteiligung wurde mit rund 66 Prozent deutlich höher erwartet als bei der Wahl 2005, als 61,4 Prozent der Stimmberechtigten zu den Urnen gingen.
In letzten Umfragen lagen die Tories von Parteichef Cameron bei rund 36 Prozent der Stimmen, Labour bei 28 Prozent und die Liberaldemokraten von Parteichef Clegg bei 26 Prozent. Das würde auf ein sogenanntes "hung parliament" hindeuten, ein Parlament, in dem keine Partei die absolute Mehrheit hält. Das gab es in Großbritannien zuletzt 1974. Für eine absolute Mehrheit der Sitze bräuchte Cameron nach Berechnungen von Wahlforschern rund 41 Prozent der Stimmen.
Der angeschlagene Regierungschef Brown kämpft nicht nur für eine vierte Amtszeit seiner Labour-Partei, sondern auch ums politische Überleben. Eine Niederlage wäre dramatisch für ihn, da er sich zum ersten Mal als Premier einer Wahl stellte. Brown hatte das Amt ohne Neuwahl von Tony Blair übernommen. Die meisten großen Zeitungen hatten sich offen gegen Brown und Labour ausgesprochen.
Die Wahl war auch deshalb so spannend, weil die Optionen danach so vielfältig sind: So könnte es sowohl zu einer Minderheitsregierung kommen, bei der sich eine der großen Parteien von kleineren regionalen Gruppen aus Schottland, Nordirland und Wales tolerieren lässt. Aber auch eine Koalition zwischen Tories oder Labour mit den Liberaldemokraten ist möglich.
Wenn keine Partei die absolute Mehrheit erhält, wird Königin Elizabeth II. dem amtierenden Premier Brown zuerst die Chance zur Bildung einer Regierung geben. Mit ihren voraussichtlich 80 Sitzen könnten die Liberaldemokraten die Labour Party weiter an der Regierung halten. Clegg hat aber bereits angedeutet, dass er einen hohen Preis dafür verlangen würde.
(apa/red)
