Donnerstag, 6. Mai 2010

Nigeria trauert um seinen Präsidenten:
Yar'Adua erlag schwerer Herzkrankheit

  • 58-Jähriger stirbt nach langem Leidensweg
  • Goodluck Jonathan schon als Nachfolger vereidigt

Der seit langem schwer herzkranke nigerianische Präsident Umaru Yar'Adua ist im Alter von 58 Jahren gestorben. Wie das Büro des Präsidenten in der Nacht bekanntgab, starb Yar'Adua in Nigerias Hauptstadt Abuja. "Es ist wahr, dass der Präsident gestorben ist", sagte ein Mitarbeiter und bestätigte damit entsprechende Informationen der Lokalzeitung "This Day".

Yar'Adua, der seit langem an Herzbeschwerden litt, soll noch heute beerdigt werden, danach herrscht sieben Tage lang Staatstrauer. Der Präsident war im November nach Saudi-Arabien gereist und dort für drei Monate in einer Klinik behandelt worden. Seitdem trat er nicht öffentlich auf. Im Februar kehrte er überraschend in sein Heimatland zurück, zeigte sich jedoch auch da nicht öffentlich. Auch Informationen über seinen Gesundheitszustand gab es kaum.

Jonathan neuer Präsident
Nach dem Tod von Umaru Yar'Adua wurde dessen bisheriger Stellvertreter Goodluck Jonathan als Präsident vereidigt. Der neue Staats- und Regierungschef hat wegen einer schweren Erkrankung Yar'Aduas schon vor drei Monaten die Amtsgeschäfte in dem bevölkerungsreichsten Staat Afrikas übernommen.

Jonathan erklärte, dass er sich in der verbleibenden Zeit bis zur Präsidentschaftswahl im April 2011 vor allem einer Reform des Wahlrechts und dem Kampf gegen die Korruption widmen wolle. "Es wird darauf ankommen, dass bei der bevorstehenden Präsidentschaftswahl alle Stimmen zählen und gezählt werden", sagte Jonathan. Daneben sei der Friedensprozess im Niger-Delta von hoher Priorität. Dort kämpfen Untergrundgruppen für eine stärkere Beteiligung am Ölreichtum der Region und gegen die Zerstörung der Umwelt.

Obama: "Leidenschaftlicher Glauben"
US-Präsident Barack Obama zeigte sich ebenfalls bestürzt über den Tod Yar'Aduas und erklärte, seine Gedanken seien bei der Familie des Präsidenten und den Menschen in Nigeria. Obama würdigte in einer Erklärung Yar'Aduas "leidenschaftlichen Glauben an das Potenzial und die Zukunft seines Landes". Er habe sich stets für Demokratie und gegen Korruption in dem westafrikanischen Land eingesetzt und sich um Frieden in Nigeria bemüht. In dem Land tobt ein religiöser Konflikt zwischen Christen und Muslimen, dem bereits hunderte Menschen zum Opfer fielen.

(apa/red)

6.5.2010 12:42