Mittwoch, 5. Mai 2010

Ölteppich schwimmt nun auch auf Donau:
Ausflugsschiff verlor große Menge Diesel

  • Wien & NÖ betroffen: Feuerwehr errichtet Ölsperren
  • Angeblich besteht derzeit keine Umweltgefährdung

Jetzt schwimmt auch auf der Donau ein Ölteppich. So schlimm wie in den USA ist es allerdings nicht. Aus einem Ausflugsschiff ist im Bezirk Tulln Diesel ausgetreten. Der Verkehr von Greifenstein bis Wien-Freudenau ist vorübergehend eingestellt worden. Nach Feuerwehrangaben hatte sich ein etwa acht Kilometer langer und 20 bis 30 Meter breiter Ölfilm an der rechten Stromseite gebildet.

Die Feuerwehr sprach davon, dass es um eine "größere Menge" Diesel gehandelt habe, die ausgetreten sei. Wie viel genau, sei nicht zu sagen. Ölsperren seien errichtet worden. Angeblich bestand keine Umweltgefährdung.

Den Erhebungen zufolge war auf dem Ausflugsschiff "Fidelio", das unter Schweizer Flagge verkehre, Diesel vom Haupt- in den Tagestank umgepumpt worden. Dabei gebe es eine Überfüllsicherung, die jedoch offensichtlich defekt gewesen sei, erläuterte Thallauer. Es sei weitergepumpt worden und daher eine vorerst unbekannte Menge an Treibstoff ausgetreten. Der Kapitän soll nichts bemerkt haben. Die "Fidelio" war stromabwärts unterwegs.

Die vorübergehende Einstellung der Schifffahrt im Abschnitt Greifenstein-Freudenau sei im Zusammenhang mit der Ölbekämpfung notwendig, hieß es seitens des NÖ Landesfeuerwehrkommandos. Zur Sicherung von Trinkwasserbrunnen wurde beim Durchstich in Kritzendorf in der Gemeinde Klosterneuburg eine Ölsperre errichtet und in der Folge auch noch verstärkt. In Niederösterreich waren acht Feuerwehren mit etwa 100 Mann ausgerückt. Sie mussten auch Uferbereiche reinigen. Laut Landeskommando stand die Wiener Berufsfeuerwehr ebenfalls im Einsatz.

(apa/red)

5.5.2010 13:45