Freitag, 30. April 2010

Was wird neu beim EU-Führerschein?
Rosa Schein bleibt bis längstens 2033 gültig

  • Ab 2013 einheitlicher EU-Scheckkarten-Führerschein
  • Regelmäßige ärztliche Untersuchungen sind möglich

Bereits im Jahr 2006 hat das EU-Parlament eine neue EU-Führerschein-Richtlinie abgesegnet. Diese sieht vor, dass ab 2013 nur noch Führerscheine nach einem einheitlichen EU-Modell ausgegeben werden. Ältere Führerscheine bleiben auch dann noch gültig. Erst ab 2033 soll es ausschließlich den neuesten EU-Scheckkarten-Führerschein geben.

"Der einheitliche Führerschein wird mehr Rechtssicherheit und Reisefreiheit mit sich bringen", sagt ÖAMTC-Juristin Ursula Zelenka, die allerdings einen Wermutstropfen sieht. "Es ist klar, dass man nicht alle Führerscheinbesitzer von heute auf morgen zum Austausch der Dokumenten zwingen kann. Eine Übergangsfrist von 26 Jahren erscheint uns aber doch etwas zu lang."

Vorteile
Dem Führerscheintourismus wird ein Riegel vorgeschoben: Wenn einem Lenker in der Heimat der Führerschein aus welchen Gründen auch immer entzogen wurde, wird es künftig keine Möglichkeit mehr geben, sich in einem anderen EU-Staat einen Führerschein zu beschaffen. Der ÖAMTC befürchtet aber, dass noch einige Jahre vergehen werden, bis alle Schlupflöcher geschlossen sind. Der Aufbau eines Informationssystems über die ausgestellten und entzogenen Führerscheine wird sicher nicht von heute auf morgen funktionieren.

Neue Führerscheinklasse für Moped
Einführung einer neuen Führerscheinklasse für Moped "AM": Vor allem Probleme rund um die Anerkennung des Mopedausweises in anderen Staaten sollen künftig entfallen. Das ist auch die Gelegenheit in Österreich Bestimmungen für eine bessere Mopedausbildung einzuführen.

Drei Motorradklassen
Das Stufenführerschein-Modell für Motorräder wird ausgebaut: Statt bisher zwei Motorradklassen wird es künftig drei geben, die je nach Alter leistungsmäßig gestaffelt sind.

Vereinfachung der Anhängerbestimmungen
Die Pkw-Anhängerbestimmungen werden vereinfacht: In Zukunft ist jede Kombination erlaubt, bei der das Gespann nicht mehr als 4,25 Tonnen Gesamtmasse übersteigt. Um Gespanne zwischen 3,5 und 4,25 Tonnen lenken zu dürfen, wird lediglich ein Zusatztraining und/oder eine kürze Prüfung nötig sein, und nicht wie bisher ein Erwerb der FS-Klasse B+E.

Keine Umtauschpflicht
Bereits ausgestellte Führerscheine - egal ob aus Papier oder Plastik - behalten ihre Gültigkeit: Es gibt weder eine Umtauschpflicht noch eine Befristung des rosa Scheins.

Befristung
Erst ab 2013 wird der neueste EU-Scheckkarten-Führerschein ausgegeben, der befristet sein wird. Jeder Mitgliedstaat kann das Dokument in einem Intervall von 10 oder 15 Jahren austauschen lassen. Mit dem regelmäßigen Dokumentenaustausch will man Fälschungen vorbeugen und die Fotos immer aktuell halten.
Regelmäßige ärztliche Untersuchung

Eine ärztliche Untersuchung vor der Verlängerung wird von der EU nicht vorgeschrieben, kann aber von den Mitgliedstaaten eingeführt werden. In Österreich ist in dieser Hinsicht aber vorerst nichts geplant.

Mehr zum Thema Führerschein auf der Homepage des ÖAMTC

(red)

30.4.2010 09:24
founder, 26. 04. '10 22:15
Das Auto verdrängt Wohnwagen Problem
Mein Rnault Espace von 1988 wog nur 1300 kg, also kein Problem mit einem großen Wohnwagen. 15 Jahre später wogen die Minivans fast einheitlich 500 kg mehr. 3500 kg minus zulässiges Gesamtgewicht ist Miniwohnwagen.

Wenn man jetzt relativ einfach bis 4,25 t Gesamtgewicht bewegen darf ist dies sehr begrüßenswert, erspart vielen den Aufwand für B+E
maierhofer____, 26. 04. '10 21:35
Saufts ihr?
Ältere Führerscheine behalten auch dann noch gültig.

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