Dienstag, 27. April 2010

Nicht so schwer wie es anfangs aussieht:
American Football-Regelkunde für Anfänger

  • "Touchdown": "Eierlaberl" in die Endzone befördern
  • "Field goal": Wenn der Kicker zum Einsatz kommt

Auch wenn American Football in der ganzen Welt immer beliebter wird, ruft diese Sportart unter vielen Menschen noch Unverständnis hervor. Schuld daran sind die für einen "Anfänger" recht undurchsichtigen Regeln. Bei näherer Betrachtung ist es jedoch nicht schwer, einem Football-Spiel zu folgen.

Gespielt wird auf einem Spielfeld aus Natur- oder Kunstrasen, das 100 Yards (91,5 m) lang und 53 Yards (48,8 m) breit ist. Das Feld ist mittels Yard-Marken ("hash-marks") unterteilt, alle zehn Yards sind Yard-Zahlen angebracht. Hinzu kommt auf beiden Seiten eine Endzone mit einer Länge von zehn Yards, an deren Ende sich die "Tore" befinden. Gespielt wird mit einem Ball, einem Leder-Ei, das zwischen 28 und 28,6 cm lang ist, einen Umfang von 53,9 bis 54,3 cm hat und 400 bis 430 Gramm wiegt.

Mit dem "Eierlaberl" in die Endzone
Das Spiel beginnt mit einem Kick-Off. Danach hat die angreifende Mannschaft (Offense) vier Versuche, um den Ball mittels Lauf oder durch Pässe jeweils zehn Yards weiterzubewegen. Schafft sie dies, wird ihr ein neues "first down" zugesprochen und sie hat wieder vier Versuche für die nächsten zehn Yards. Ziel des Spieles ist es, mit dem "Eierlaberl" die gegnerische Endzone zu erreichen und damit einen "Touchdown" zu erzielen. Dieser zählt sechs Punkte.

Danach kann das Team einen Extra-Punkt erzielen, indem der Ball vom Kicker zwischen die Torpfosten geschossen wird (Kick). Statt des Extrapunktes kann man auch die "Two-Point-Conversion" wählen, ein extra "Touchdown-Versuch" für zwei Punkte. Dann zählt der erfolgreiche Angriff statt der üblichen sieben Punkte, acht Zähler.

Hat man den bereits dritten Versuch ausgespielt, ohne die erforderlichen zehn Yards zu überbrücken, folgt in der Regel ein "Punt". Der Ball wird dabei möglichst weit weg geschossen, um dem Gegner eine schlechte Angriffsposition zu verschaffen. Der Ballbesitz wechselt, die gegnerische Offense und die eigene Verteidigung (Defense) betreten das Feld. Andere Chancen, in Ballbesitz zu kommen, sind eine "Interception" oder ein "Fumble". Bei der Interception fängt ein Spieler der Defense einen Pass des "Quarterbacks" ab. Ein Fumble ist ein Verlust des Balles während des Spielzuges. In beiden Fällen wechselt automatisch das Angriffsrecht. Diese "Turnovers" sind oft Spiel entscheidend.

Wenn der Kicker zum Einsatz kommt
Weitere Möglichkeiten, Punkte zu erzielen, sind das so genannte "Field goal" und der "Safety". Ist eine Mannschaft nahe genug an der gegnerischen Endzone, steht aber bereits beim vierten Versuch, hat sie die Möglichkeit eines "Field goals". Befördert der Kicker dabei den Ball zwischen die Torstangen, hat er für seine Mannschaft drei Zähler erzielt. Zwei Punkte zählt hingegen ein "Safety". Dies ist dann der Fall, wenn ein Ball tragender Spieler in seiner eigenen Endzone zu Fall gebracht wird. Steht es nach 60 Minuten Unentschieden, fällt die Entscheidung in der "Overtime".

Ausgetauscht werden kann zwischen jedem Spielzug. Der Spielerkader besteht aus insgesamt 45 Akteuren. Ein Spiel dauert 60 Minuten netto. Die Spielzeit ist in Viertel unterteilt, die wiederum in zwei Hälften zusammengefasst sind. Jede Mannschaft kann pro Hälfte jeweils drei "Timeouts" von maximal eineinhalb Minuten in Anspruch nehmen. Das Eierlaberl darf im Rahmen bestimmter Beschränkungen geschossen, geworfen oder getragen werden. Ein Spielzug ist dann zu Ende, wenn der Ball führende Spieler den Boden mit einem anderen Körperteil als seinen Händen oder Füßen berührt.

Auf Grund des harten Körpereinsatzes müssen die Spieler Schutzkleidungen tragen. Verpflichtend sind Helm, Gesichts-, Zahn-, Schulterschutz sowie Protektoren für Ellbogen, Rippen, Hüfte, Oberschenkel und Knie. Die Spieler verwenden ähnlich wie im normalen Fußball Schuhe mit Noppen oder Stollen.

(apa/red)

27.4.2010 11:58