Mittwoch, 28. April 2010

Die Bayern stürmen ungebremst ins Finale:
Triple-Pack von Ivica Olic macht alles klar

  • Klare 3:0-Machtdemonstration gegen Olympique Lyon
  • Auch David Alaba durfte ab der 79. Minute mitspielen

Bayern München steht im Finale der Champions-League. Nach dem 1:0-Sieg im Heim-Hinspiel vor einer Woche feierte der Titelträger des Jahres 2001 auch im Rückspiel bei Olympique Lyon dank einer souveränen Vorstellung einen 3:0-(1:0)-Erfolg und trifft damit am 22. Mai im Bernabeu-Stadion von Madrid auf den Sieger des Duells zwischen dem FC Barcelona und Inter Mailand. Die Franzosen mussten sich regelrecht gedemütigt vorkommen, Ivica Olic (26., 67., 78.) schoss die Hausherren im Alleingang k.o.

Auch ohne den gesperrten Franck Ribery hatten die Deutschen über 90 Minuten die Hoheit am Platz, profitierten dabei aber auch von der Schwäche des Gegners, der im eigenen, mit 43.051 Zuschauern ausverkauften Stadion kaum zu Einschussmöglichkeiten kam. Die Bayern stellten hingegen ihre Torgefahr in Auswärtsspielen neuerlich unter Beweis: Der Rekordmeister hat in seinen jüngsten 21 CL-Auswärtsspielen mit einer Ausnahme immer getroffen. ÖFB-Teamspieler David Alaba kam ab der 79. Minute zu seinem zweiten CL-Einsatz - im Achtelfinale hatte er bereits beim 2:3 in Florenz gespielt.

Bereits in der dritten Minute kam die erste deutliche Warnung der Bayern: Thomas Müller verfehlte nach Vorarbeit von Olic etwa vom Elfmeterpunkt das Tor nur um einen halben Meter, die Fronten schienen schon da geklärt. Die Warnung blieb ungehört bzw. war Lyon gar nicht in der Lage, dem Elan der Gäste etwas entgegenzusetzen. Die Franzosen wirkten passiv und langsam und fanden sich in der ersten halben Stunde in der Statistenrolle wieder.

Olic dreht sich zum 1:0
So auch in der 26. Minute: Robben schickte Müller per Doppelpass in den Strafraum, der setzte sich gegen zwei Verteidiger durch und bediente seinen in der Mitte lauernden Sturmpartner Olic, der sich auf zehn Metern um die eigene Achse drehte und zum verdienten 1:0 einnetzte (26.). Lyon agierte in der Folge zwar bemühter, kam aber dennoch zu keinen echten Chancen: Die beste vergab Michel Bastos aus wenigen Metern per Volley (31.).

Lyon-Trainer Claude Puel brachte zur Pause mit Gomis einen weiteren Stürmer. Der fand bald die erste Chance vor, jagte den Volley in der 49. Minute aber weit über das Tor des ansonsten eher beschäftigungslosen Hans-Jörg Butt. Lyon mühte sich in der Folge zwar redlich, konnte die Abwehr aber nie ins Wanken bringen.

Lyon nur noch zu zehnt
Die entscheidenden Szenen spielten sich dann nach rund einer Stunde ab: Erst sah Lyons Cris Gelb-Rot, weil er nach seiner Verwarnung Schiedsrichter Massimo Busacca aufreizend applaudiert hatte (59.), schließlich schlug Olic erneut zu: Altintop bediente den lauffreudigen Stürmer an der Grenze zum Abseits, der konnte sich Zeit lassen und erhöhte aus rund neun Metern mit einem Flachschuss auf 2:0 (67.).

Ein Schock, von dem sich Lyon, das auch nach dem Seitenwechsel nur einen Schuss auf das Tor abgab, nicht mehr erholte. Bayern-Coach Louis Van Gaal konnte es sich im Finish sogar leisten, Klose für Robben zu bringen (76.), und verhalf in der 79. Minute Alaba zu seinem zweiten Einsatz in der Königsklasse - der 17-Jährige kam anstelle Schweinsteigers im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Zwischenzeitlich hatte Olic das Triple nach einer Flanke von Lahm perfekt gemacht (78.). Der Kroate liegt damit in der Torschützenwertung mit 7 Treffern nur noch einen Treffer hinter Barcelonas Lionel Messi.




(apa/red)

28.4.2010 09:29