Vertragspoker um Boskovic geht weiter: Intensive Gespräche mit Rapid laufen
- Interesse: Benfica beobachtet Stürmer Jelavic
- PLUS: Trimmel bleibt bis 2012 ein Grünweißer
Branko Boskovic hat über seinen Arbeitgeber Meldungen dementieren lassen, wonach es wegen einer Vertragsverlängerung mit Rapid null Chancen auf eine Einigung gebe. "Es gibt verschiedene Standpunkte, es ist primär eine wirtschaftliche Entscheidung. Wir werden weitere Gespräche führen und haben die Intention, alles zu probieren, damit wir uns keine Vorwürfe machen müssen", erklärt Rapids Sportdirektor Alfred Hörtnagl.
Mit dem am 21. Juni 30 Jahre werdende montenegrinischen Teamspieler, dessen Kontrakt im Sommer ausläuft und der auch andere Möglichkeiten haben soll, habe es schon seit Herbst mehrere, auch intensive Gespräch gegeben. Trainer Peter Pacult beschäftigt sich zumindest nach außen hin mit dem Thema Boskovic derzeit weniger. "Aber natürlich hofft man, dass so ein Spieler mit Qualität dem Verein erhalten bleibt", gestand der Wiener, der zugab, dass man einen Plan B im Hinterkopf hat.
Er will auch nicht, dass sich seine Schützlinge im Finish der Meisterschaft von Gerüchten und Meldungen anstecken lassen. Dazu zählt auch, dass Nikica Jelavic vielleicht abhandenkommen könnte, obwohl dieser noch einen bis 2012 gültigen Vertrag besitzt. Benfica Lissabon hat den Kroaten zuletzt in Salzburg beobachtet und soll auch im Hanappi-Stadion gegen den Kapfenberger SV einen Spion entsenden.
Dazu im konkreten und auch allgemein sagte Hörtnagl: "Es hat bis jetzt bei uns keine konkreten Anfragen gegeben." Die Hütteldorfer hätten auch gar nicht die Absicht wegen Jelavic mit einem möglichen Interessenten in rasche Verhandlungen zu treten. Jelavic hat in der laufenden Liga-Saison bisher 29 Spiele bestritten und dabei 15 Tore erzielt. Im Vorjahr hatte Pacult mit Erwin Hoffer (SSC Napoli) und Stefan Maierhofer (Wolverhampton Wanderers) schon zwei treffsichere Stürmer verloren.
Hörtnagl hatte am Donnerstag in Sachen Personal auch etwas Konkretes zu berichten. Rapid hat die Option auf Christopher Trimmel gezogen und dem 23-Jährigen einen Vertrag bis 2012 gegeben. "Dass er sich in so kurzer Zeit in den Vordergrund spielt und bisher eine gute erste Profi-Saison hat, habe ich nicht erwartet", lobt der Tiroler den offensiven Mittelfeldspieler, der 2008 zunächst zu den Amateuren geholt worden war. Zu seinen bisherigen Höhepunkten zählt der Burgenländer die Spiele in der Europa League und den zweitschnellsten Hattrick in der Bundesliga-Geschichte Anfang August gegen Austria Kärnten (5:1).
Gut würden auch die Verhandlungen mit Hannes Eder aussehen. Es ist möglich, dass vielleicht schon kommende Woche eine Einigung zustande kommt. "Wir sind mit der Kaderplanung für die neue Saison schon sehr weit. Unser Kader ist auf jeder Position doppelt besetzt und qualitativ gut", zog Hörtnagl eine erste Zwischenbilanz. Neu ist bisher der von Sturm Graz geholte Innenverteidiger Mario Sonnleitner. Das Budget, das dem Sportdirektor zur Verfügung steht, wurde für 2010/11 leicht erhöht.
"Es ist marginal verbessert, aber es lässt keine großen Sprünge zu", verriet der frühere Mittelfeldspieler. Rapid bleibe auf dem eingeschlagenen Weg. Von der Gehaltshierarchie abzugehen, wäre fatal. Hörtnagl dementierte diesbezüglich auch, dass der Club nach dem Klassenerhalt Wolverhamptons für den Transfer Maierhofers auf die Insel noch eine zusätzliche Millionen Euro erhalten habe. "Die Engländer haben uns vor dem Abschluss weniger geboten, das hat uns nicht interessiert. Dann haben wir eine tolle Transfersumme erzielt. Geld ist jetzt keines mehr geflossen", erklärte der Sportdirektor.
(apa/red)

