Mittwoch, 28. April 2010

Brutale Kindermorde erschüttern Italien:
33-jährige Frau steckte ihr Baby in Brand

  • Mutter wollte sich gemeinsam mit Kind umbringen
  • Frau gerettet: "Ich musste es tun, ich hörte Stimmen"

Eine Reihe brutaler Kindermorde, von jungen Müttern verübt, schocken derzeit Italien. Der bisher letzte Fall ereignete sich in der süditalienischen Stadt Benevento. Eine unter Depression leidende 33-Jährige schüttete Benzin in das Auto, in dem ihre sieben Monate alte Tochter lag, und setzte es in Brand. Zeugen berichteten, wie der fahrende Wagen plötzlich in Flammen aufging.

Die Frau wollte sich gemeinsam mit der Tochter das Leben nehmen. Das Kind erlag den schweren Brandwunden, die Mutter wurde gerettet. Die Frau ist arbeitslos und gilt als psychisch gestört. "Ich musste es tun, ich hörte Stimmen, die mich nie in Ruhe ließen", sagte die Frau, die mit ihrem arbeitslosen Ehemann in ärmlichen Verhältnissen lebte.

Begräbnis für getötete Kinder
Am selben Tag wurde in der sizilianischen Stadt Gela das Begräbnis von zwei Kindern im Alter von neun und zwei Jahren begangen, die von ihrer Mutter vergangene Woche ins Meer geworfen worden waren. Die Frau hatte versucht, sich mit ihren Kindern das Leben zu nehmen, überlebte den Selbstmordversuch aber. Auch sie leidet an Depressionen und lebt seit kurzem von ihrem Mann getrennt. Außerdem hatte sie unlängst erfahren, dass auch ihr jüngerer Sohn - wie schon der ältere - an Autismus litt.

Seit Monaten berichten die italienischen Medien über schreckliche Kindermorde. Im November hatte eine Mutter in Bologna ihre zwei Kinder im Alter von sechs und fünf Jahren getötet und anschließend sich selbst das Leben genommen, indem sie von einem Gebäude sprang. Im Oktober hatte eine 35-Jährige aus Genua ihr drei Wochen altes Baby mit dem Ladegerät eines Handys erdrosselt.

(apa/red)

28.4.2010 13:57