Dienstag, 27. April 2010

Die FPÖ erfasst eine Richtungsdiskussion:
Hofburg-Wahl bringt Strache in Bedrängnis

  • Kandidatur von Barbara Rosenkranz erntet Kritik
  • FPOÖ-Chef Haimbuchner: "Müssen liberaler werden"

Das Ergebnis von FPÖ-Kandidatin Barbara Rosenkranz bei der Bundespräsidentenwahl stellt nicht alle Freiheitlichen zufrieden: Nach dem Bundesobmann des Rings Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RfW), Fritz Amann, kritisiert nun auch Manfred Haimbuchner, Obmann der FPÖ Oberösterreich, die Parteilinie. "Wir müssen liberaler werden und in die Mitte rücken, um wählbar zu sein", erklärte Haimbuchner. Es gebe "keinen Änderungsbedarf", meinten hingegen FPÖ-Chef Heinz Christian Strache und Generalsekretär Harald Vilimsky.

Die FPÖ sollte stärker für eine liberalere Wirtschaftspolitik eintreten, etwa für ein Leistungsprinzip bei Steuern, sagte Haimbuchner in den "Salzburger Nachrichten". Er hätte auch nichts gegen eine insgesamt liberalere Ausrichtung der Partei, "wir müssen an Profil gewinnen und dürfen weder rechts noch links anstreifen".

Strache gegen liberaleren Kurs
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache will von einer liberaleren Ausrichtung seiner Partei allerdings nichts wissen. Die FPÖ sei eine "Mitte-Rechtspolitische Kraft", erklärte er im Ö1-"Mittagsjournal". Eine entsprechende Kursänderung werde es nicht geben, er stehe ja jetzt schon für Liberalität, Freiheit und mehr Freiheitsrechte.

Auf eine Meinungsverschiedenheit mit dem oberösterreichischen FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner, der sich einen liberaleren Kurs gewünscht hatte, wollte sich Strache nicht festlegen lassen: Haimbuchner "unterstützt ja meinen Weg eines freiheitlichen Erfolgsweges und Zukunftsweges", betonte der FPÖ-Chef. Wenn es aber "da jemanden geben sollte, der eine Vergangenheitspartei will, muss er sich eine andere Partei suchen, für so einen Weg stehe ich nicht zur Verfügung".

Er glaube, Haimbuchner sei "unvollständig zitiert" worden, entgegnete Vilimsky, denn der Chef der oberösterreichischen FPÖ sei ein Vertreter einer patriotischen Politik und nicht klassisch wirtschaftsliberal. In der "sozialen Heimatpolitik" der FPÖ sei aber ohnehin auch Platz für eine "liberale Wirtschaftspolitik". Die Freiheitlichen seien auf einem "Erfolgskurs", die Parteilinie werde auch seit Jahren bestätigt, immerhin sei man bei allen vergangenen Wahlen erfolgreich gewesen, betonte Vilimsky.

"Frei erfunden"
Es gebe daher "keinen Änderungsbedarf", im Gegenteil, man wolle die Sozialpolitik, die "Kritik am Vorgehen Brüssels" und den "Erhalt der eigenen Kultur" noch stärker akzentuieren. Auch Gerüchte über Pläne, personelle Umbauten innerhalb der Partei vorzunehmen oder die Macht gewisser Proponenten zu beschneiden, seien "frei erfunden", betonte Vilimsky.

Der Vorarlberger Landesparteiobmann-Stellvertreter Amann, der FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache kritisiert und ein Umdenken in Richtung freiheitlich-liberale Werte gefordert hatte, sei lediglich "frustriert" und "spricht nicht mit der Zunge der Vorarlberger Freiheitlichen", so Vilimsky. Amann hatte es zudem als Fehler bezeichnet, die "rechtslastige" Barbara Rosenkranz als Bundespräsident-Kandidatin aufzustellen.

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl wies die "unqualifizierten Äußerungen" des "Politpensionärs" in einer Aussendung zurück. Wenn Amann etwa mit einer "an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientierten Ausländerpolitik" ein Problem habe, solle er sich "besser heute als morgen die Frage stellen, ob er nicht in einer anderen Partei besser aufgehoben wäre". (apa/red)

27.4.2010 15:11
Marc99, 27. 04. '10 19:13
Hatten wir das nicht schon?
Auch Heide Schmidt war einmal der Ansicht in Österreich bestehe Bedarf an einer "liberalen Partei". Das Ergebnis kennt jeder. Das linke bis ultralinke Spektrum wird in Österreich gleich durch 3 Parteien abgedeckt. Die ÖVP hat sich in den letzten Jahren von Mitte Rechts leicht nach links bewegt und kann heute sicher als politische Mitte definiert werden. Das BZÖ hat jegliche Bedeutung verloren, die FPÖ ist die einzige ernstzunehmende politische Kraft rechts der Mitte. Wenn sich auch die FPÖ in Richtung links bewegt wird die österreichische Politik noch linkslastiger als sie ohnehin schon ist.
drowhunter, 27. 04. '10 23:48
Re: Hatten wir das nicht schon?
is ja schlimm dass wir dann keine partei rechts der mitte haben die den 15% wahnsinnigen als nährboden dient.

wir bräuchten überhaupt keine parteien links oder rechts der mitte, um es mal auf den punkt zu bringen.

- ja ich habe alles klein geschrieben.
Sensor, 27. 04. '10 18:07
Weil manche schon den Rücktritt Straches möchten
stelle ich für die nächsten Feiertage (Pfingsten) die Liste jener Leute zusammen, von denen sich offensichtlich viele Österreicher wünschen, (1. Partie), dass sie zurücktreten bzw. von der politischen Bühne abtreten und sich mit anderen Tätigkeiten befassen, von denen sie etwas mehr verstehen und bei deren Ausübung sie nicht mehr das riesige Budgetdefizit durch ihr Glaubwürdigkeitsdefizit übertreffen müssen.
Faymann, J. Pröll, Kopf, Strache, Villimsky, Kickl, Bures, Rudas, Darabos, Westentaler, Neugebauer.
maierhofer____, 27. 04. '10 18:31
Re: Weil manche schon den Rücktritt Straches möchten
Könnte die Liste noch um einige FPÖler erweitern (die ganz rechts rechten) bzw die Schmied ghört auch noch rauf
brabus, 27. 04. '10 13:48
FPÖ
Angesichts der Erfahrungen des letzten Wochen stellt sich die Frage, ob die FPÖ nur einem Zweck dient, nämlich genügend 'Laborratten' für angehende Psychologen und Psychoanalytiker zwecks Studium des menschlichen Wesens zu beschaffen ?
Vasant, 27. 04. '10 14:19
SPÖ
Da stellt sich mir die Frage welchen Zweck die SPÖ in
den letzten Jahren hat?

Um Alkoholiker wie einen Häupl zu finanzieren?
Einen ehemaligen Zivildiener der ja untauglich
war, als Sport- und Verteidigungsminister einsetzen?

Einen Faymann mit absolut keinen Fähigkeiten und
Qualifikationen als Kasperl zwecks Erheiterung des
Volkes vorzuführen und ihn keinerlei Konsequenzen
für Steuergeldschleuderei (Neuwahlen etc.) spüren
zu lassen, aber andere Parteien zu kritisieren, weil
die sich nicht für einen abgeblich UNABHÄNGIGEN
Heinz Fischer eingesetzt haben?

Also deine sogenannten Laborratten hätten wie schon
zur Genüge bei der SPÖ ... wozu also noch mehr fordern?

Sichtlich leidest du unter der gleichen Krankheit wie
die SPÖ Politiker ... immer sind die anderen schuld;)
brabus, 27. 04. '10 15:07
Re: FPÖ
@ Vasant : Im Gegenteil, wer meine diversen Kommentare aufmerksam gelesen hat wird festgestellt haben, dass alle kritisiert wurden, insbesonders im Hinblick darauf, wie mit unserem Steuergeld umgegangen wird, und da sind die regierenden Parteien maßgeblich daran beteiligt. Der Hinweis auf die 'Laborratten' war eher rhetorisch gemeint und bezog sich auf das traurige Schauspiel und teilweise menschenunwürdige Verhalten von Leuten, die als Volksvertreter eigentlich eine Vorbildwirkung haben sollten. Aber Du hast schon recht, derer gibt es in den anderen Parteien auch mehr als genug. Und wir (das Volk) als Souverän schaut dem politischen Kasperltheater ohne wirklich verfügbare Alternativen zu. Insel der Seligen oder eher der Nebochanten?
Vasant, 27. 04. '10 15:55
an brabus
Da steckt viel Wahrheit in deinem Text und wie man
anhand der Wahlen wieder einmal erkennen konnte,
sind die Wähler auch nicht mehr bereit eine Stimme
abzugeben. Wozu auch?

In allen Parteien könnte man sich ca. 50% der Politiker
meiner Meinung nach schon sparen und die zum AMS
stempeln schicken, wenn wir diese nach Leistung und
Einsatz beurteilen müssten.

Da werden eigene Machtinteressen angestrebt, mit
unseren Steuergeldern irgendwelche Dinge finanziert,
neue Steuern eingehoben weil man ja unsere Gelder
gerne ausgibt, aber nichts einnimmt, da wird die EU
und Brüssel finanziert und ständig nur gestritten.

Mich wundert es nicht warum Europa in einer Krise
steckt, wenn solche Politiker am Handeln sind. Wie
soll man denn da noch einen Glauben an Politik haben?

Absoluter Horror!
wong, 27. 04. '10 12:53
da schau her
da gibt es ja auch menschen in der fpö, die sich was denken - beachtenswert - nur, ich lese da den begriff kultur bei vilimsky - t`schuldigung, herr vilimsky, aber kultur und fpö, das passt so zusammen wie ein eisbär und die sahara - also, kulturgut, das ist ein fremdwort für die fpö...!
Bin_Maden, 28. 04. '10 01:00
Re: da schau her
na geh, da tust Du den blauen Patridioten aber schwer unrecht. Was ist mit den Burschenschaftsbällen, ist das nicht wahre Hochkultur, ha? Auch Gotcha und elegant-kühnes Dreibierbestellen sind herausragende kulturelle Meisterleistungen, ganz zu schweigen vom anspruchsvollen Kreuzwacheln und Jul-Feiern mit gemeinsamen Musizieren..
Wenn die linken Gutmenschen das auch minder bewerten mögen, so stellen die erwähnten Beispiele nichtsdestotrotz epochale Meilensteine in der Kulturlandschaft Österreichs dar!
wong, 28. 04. '10 14:17
Re: da schau her
richtig, setzen! (-: