Wahl-Kritik von Christen-Kandidat Gehring:
"Sind schikanöse & balkanhafte Zustände"
- "Werden der politischen Landschaft erhalten bleiben"
- Denkt über ein Antreten bei der Wiener Wahl nach
·Zufriedenheit beim Christen-Kandidaten
Gehring gibt Nichtwählern
Schuld an Zielverfehlung

Beflügelt durch das Ergebnis von 5,4 Prozent bei der Bundespräsidentschaftswahl schmiedet Christen-Kandidat Rudolf Gehring bereits neue Pläne. So werde die CPÖ in den kommenden Wochen über das Antreten bei den in diesem Jahr anstehenden Landtagswahlen entscheiden. Bei der geschlagenen Präsidentschaftswahl ortet Gehring "balkanhafte Zustände" und hofft auf die OSZE-Wahlbeobachter.
Gehring stimmt sein Ergebnis zuversichtlich: "Wir werden der politischen Landschaft voll mit meiner Person erhalten bleiben." So hätte die CPÖ, betrachtet man die einzelnen Ergebnisse in den Bundesländern, den Einzug in fast alle Landtage geschafft. Ein Antreten in Wien steht laut dem Christen-Chef "natürlich im Raum". Inhaltlich werde man weiter auf der Linie des Präsidentschaftswahlkampfes bauen. Das überragende Abschneiden in Vorarlberg begründet Gehring mit der dortigen Haltung zur Abtreibung.
Kritik am System gibt es nach der Präsidentschaftswahl für Gehring genug. Er spricht von "schikanösen Zuständen", etwa beim Sammeln von Unterstützungserklärungen in der Bundeshauptstadt. Aber auch die hohe Anzahl von Daheimgebliebenen stimmt den Christen-Chef nachdenklich. Schuld an der Politikverdrossenheit seien die Politiker selbst. Diskussionen über eine Verlängerung der Amtszeit des Bundespräsidenten sind für Gehring hingegen entbehrlich und würden nur von den wirklichen Problemen ablenken.
Transparent zeigen sich die Christen, was die Finanzierung ihres Wahlkampfes betrifft. Gernot Steier vom Unterstützungskomitee präsentierte eine Liste mit den eingegangenen Kleinspenden, die rund 100.000 Euro ausmachen. Den Rest der insgesamt ausgegebenen 140.000 Euro will man durch künftige Spenden ausgleichen.
(apa/red)
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