Montag, 26. April 2010

Rekordtief bei Bundespräsidentenwahl:
Geben wir einfach dem Wetter die Schuld

  • NEWS.at-Kommentar zu möglichen Konsequenzen

War es das mangelhafte Angebot, Mobilisierungsschwäche oder einfach nur das schöne Wetter an jenem ominösen 25. April 2010? Schuldzuweisungen gab es am Abend der Bundespräsidentenwahl zahlreiche, schließlich schockierte das historische Tief der Wahlbeteiligung. Letzten Endes darf es aber nicht darum gehen, politisches Kleingeld zu wechseln, sondern die entsprechenden Konsequenzen aus dem demokratischen Super-Gau zu ziehen.

Das Amt zu reformieren ist die eine Möglichkeit. Dabei könnte dem Staatsoberhaupt die Option einer zweiten Amtszeit genommen werden, wie es Heinz Fischer selbst vorgeschlagen hat. Parteien würden nicht mehr aufgrund von Chancenlosigkeit auf eine Kandidatur verzichten, das Angebot vermutlich wieder zunehmen.

Man könnte aber auch eine Kandidaturenpflicht für alle im Nationalrat vertretenen Parteien einführen, schließlich sind diese doch dafür verantwortlich, dem Wähler einen möglichst breit gefächerten Kandidatenkreis anzubieten. Als Anreiz könnte zumindest ein Teil der Wahlkampffinanzierung rückerstattet werden. Demokratische Ordnung darf dem Staat ruhig etwas wert sein.

Das Amt komplett abzuschaffen wäre schließlich die andere Option. Die Posten des Bundespräsidenten und Bundeskanzlers zusammenzulegen, wie es BZÖ-Chef Josef Bucher vorgeschlagen hat, wäre auf jeden Fall diskussionswürdig. Auch eine Erweiterung der repräsentativen Kompetenzen des Außenministers sollte überlegt werden. Oder man nimmt sich die Schweiz als Vorbild und das Parlament wählt jedes Jahr einen Mandatar, der die Republik Österreich nach außen vertritt.

So oder so, Konsequenzen müssen gezogen werden. Damit Österreich eine Wiederholung des ominösen 25. April 2010 erspart bleibt.

(hoa)

26.4.2010 13:10
keinauto, 27. 04. '10 11:39
Wetter ist schuld
Natürlich war es das Wetter. Sonst hätten die Wähler
die Wahllokale gestürmt, oder?
sidestep, 02. 05. '10 18:27
Re: Wetter ist schuld
Es ist immer das Wetter schuld an der niedrigen Beteiligung. Wenn es schön ist gehen die Leute baden und wenn es schlecht ist bleiben sie zu Hause. Verschließt nur weiterhin die Augen vor der Wirklichkeit. Ihr werdet schon sehen wohin das führen wird.
Marc99, 26. 04. '10 18:02
Das Amt komplett abzuschaffen wäre die einzig vernünftige Option
Und das hat der Wähler mit seinem "Interesse" an dieser Wahl wohl eindeutig dokumentiert. Wenn Länder wie die USA mit einer Person als Regierungschef und Präsident auskommen wird das ja wohl auch Österreich schaffen. Der Bürger von heute hängt nicht mehr so an der Vergangenheit, dass er unbedingt einen "Ersatzkaiser" für viel Geld braucht. Die Menschen sind heute viel pragmatischer und das ist gut so!!
Vasant, 26. 04. '10 20:05
Re: Das Amt komplett abzuschaffen wäre die einzig vernünftige Option
Angesichts der Tatsache könnten wir uns ca. 50% der
Politiker sparen und die Gelder für deren unangepassten
Gehälter im Vergleich zu deren Leistung, einfach sinnvoller
anlegen.

Man muss sich mal überlegen was der Steuerzahler da
für Politiker erhält, die dann auch noch weitere wichtige
Steuergelder einfach so verbrennen ohne auch nur
irgendwelche Konsequenzen dafür tragen zu müssen.

Ich hätte den Faymann und die SPÖ die 80 Millionen
für die hirnlose Neuwahl aus der Parteikasse wieder
an den Staat zurück zahlen lassen. Und das ist nur
ein tragisches Beispiel, was dabei rauskommt wenn
solche "Personen" Zugang zu unseren Geldern haben.

Wenn ich privat so wirtschaften würde dann könnt ich
mir als Selbstständiger die Kugel geben! Warum sind
also Politiker nicht fähig??? Die werden bezahlt!!
drowhunter, 27. 04. '10 23:52
Re: Das Amt komplett abzuschaffen wäre die einzig vernünftige Option
@ vasant, na gottseidank regst du dich über einen wahlkampf auf der wenigstens bilder auf den plakaten hatte, aber über einen nicht-wahlkampf der övp mit weißen bildern die einen schmarrn billiger waren, davon erzählst du nix... typisch österreich, hauptsache wir habenen einen über den man schimpfen kann.
silbermond66, 26. 04. '10 14:51
Geringe Wahlbeteiligung
warum regen sich bei uns alle über eine geringe wahl-
beteiligung auf, in der schweiz ist das normal und die
schweiz ist wirklich keine schlechtere demokratie als
österreich, im gegenteil, in der schweiz wird öfter das
volk befragt und da entscheidet auch die mehrheit, ob
nun 80 % oder 40 % an der abstimmung teilgenommen
haben.
Vasant, 26. 04. '10 20:07
Re: Geringe Wahlbeteiligung
Die Schweiz ist überhaupt intelligenter, weil die waren
nicht so hin in der "Schüssel" und haben sich an die EU
verkauft ... DANKE ÖVP ... DANKE Herr Schüssel!!

Hoffentlich haben die Herren die uns an die EU verkauft
haben nun auch einen warmen und sicheren Platz in
Brüssel erhalten für diese Leistung!!!
m3dicus, 26. 04. '10 21:12
Re: Geringe Wahlbeteiligung
Sie glauben ernsthaft, dass wir in einer Demokratie leben? HAHAHA!
Bitte nicht falsch verstehen, es ist wirklich sehr traurig.

Gebt ihnen Brot, Spiele und Wahlen, und die Schafe leben brav vor sich hin in ihrer heilen Scheinwelt.
mr.sauer, 26. 04. '10 22:06
Re: Geringe Wahlbeteiligung
An Vasant!!! Geschichte lernen sagte schon Kreisky. Es waren Vranitzky und Mock die EU - Einpeitscher.
Vasant, 26. 04. '10 23:38
an mr.sauer
Achja, und der Schüssel hat ja nichts dazu beigetragen;)
keinauto, 27. 04. '10 11:42
Re: Geringe Wahlbeteiligung
Doch auch; aber Mr. Sauer hat schon recht!