Cameron am Weg in die Downing Street:
Konservativer ist nach TV-Debatte oben auf
- Britenwahl: Premier Brown in Umfragen weit zurück
- Absolute Mehrheit für Tories bleibt jedoch fraglich
·TV-Runde drei geht an die Konservativen
Britenwahl: Cameron gewinnt laut Umfragen
·Fettnäpfchenalarm bei britischem Premier
Verbale Entgleisung - Hatte Mikro noch bei sich
·Homophoben-Sager erschüttert die Tories
Britische Konservative schließen Kandidaten aus
·Ein knappes Rennen
mit gleich 3 Elefanten
Harte TV-Debatte im
britischen Wahlkampf
·Liberaldemokrat gewinnt TV-Debatte
England: Clegg deutlich vor Cameron und Brown
·Spannung kehrt nach Großbritannien zurück
Vor den Wahlen: Labour holt überraschend auf

Nach der letzten TV-Debatte eine Woche vor der britischen Wahl steuern die oppositionellen Konservativen auf Siegerkurs. Premier Brown landete dagegen in Umfragen erneut auf dem letzten Platz. Der Abstand des Labour-Chefs zu seinem Herausforderer von den Tories, Cameron, betrug dabei mitunter mehr als zehn Prozentpunkte. Liberaldemokrat Clegg hielt sich bei dem Live-Schlagabtausch in der Mitte.
Wenige Tage vor der Wahl am nächsten Donnerstag deutet immer mehr auf einen Sieg der Tories hin. "David Cameron ist auf dem Weg in die Downing Street", schrieb sogar die Labour-freundliche Zeitung "The Guardian".
Brown gibt nicht auf
Brown zeigte sich dennoch kämpferisch. Die Zeit der Debatten sei vorbei, nun gehe es um Entscheidungen. Er kämpfe "bis zur letzten Minute" - nicht für sich selbst, sondern "für die Zukunft des Landes". Hilfe bekam er von seinem Vorgänger Tony Blair. Dieser betonte bei einem Wahlkampf-Auftritt in London, seine Labour-Partei habe noch gute Chancen auf einen Sieg. "Wenn die letzten Tage anbrechen, konzentrieren sich die Leute darauf, wer die besten Ideen für die Zukunft hat", fügte Blair hinzu.
Brown war erst am Mittwoch ein Ausrutscher passiert: Er hatte eine Wählerin als "verbohrt" bezeichnet, aber nicht bemerkt, dass ihm noch ein Mikrofon am Hemd steckte. Gleich zu Anfang der letzten von drei Debatten zeigte er sich reuig und räumte Fehler ein. "Wie Sie gestern gesehen haben, mache ich nicht alles richtig. Aber ich weiß, wie man eine Wirtschaft in guten und in schlechten Zeiten führt."
Die Zuschauer würdigten Browns Taktik anscheinend nicht: In einer Serie von Umfragen gewann Cameron mit 38 Prozent Zustimmung, gefolgt von Clegg mit 32 Prozent und Brown mit 26 Prozent. Die Tories liegen generell in den Umfragen vorne. Eine absolute Mehrheit für sie ist - auch wegen des Mehrheitswahlrechts in Großbritannien - jedoch bisher eher fraglich. Deshalb könnten sie auf die Unterstützung der Liberaldemokraten angewiesen sein.
Fast griechische Verhältnisse bei Briten
Der Hype um Verlierer oder Gewinner der TV-Debatten, die erstmals in der britischen Geschichte stattgefunden haben, täuscht jedoch über die wahren Probleme des Landes hinweg. Großbritannien ist haushoch verschuldet, das Defizit ist fast so hoch wie das in Griechenland, Ökonomen warnen schon vor einer Herabstufung des Kreditratings. Und mit der Krise in Griechenland ist das Thema Rezession, aus dem sich Großbritannien als letztes der großen Industrieländer erst vor kurzem herausgekämpft hat, wieder brisanter geworden.
(apa/red)
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