Mittwoch, 28. April 2010

Militär & Demonstranten prallen in Thailand
aufeinander: Ein Todesopfer & 18 Verletzte

  • Soldat im Chaos durch einen Kopfschuss getötet
  • Regierungsgegner von Militär und Polizei umstellt

In Bangkok ist es erneut zu Zusammenstößen zwischen der Armee und den seit fast sieben Wochen demonstrierenden Rothemden gekommen. Militärs stoppten einen Konvoi von etwa 2.000 Regierungsgegnern mit Straßensperren. Die Soldaten feuerten Gummigeschosse ab. Dabei wurden mindestens 18 Demonstranten verletzt, ein Soldat starb. Er wurde offenbar im Chaos von Sicherheitskräften erschossen.

Die Sicherheitskräfte feuerten zunächst Warnschüsse in die Luft ab, um die Rothemden an einer Ausweitung ihrer Proteste auf mehrere Vororte der thailändischen Hauptstadt zu hindern. Später feuerten sie auch Gummigeschosse direkt in die Menge ab. Dabei wurden nach Krankenhausangaben mindestens 18 Demonstranten verletzt. Nach Angaben von Armee und Rettungskräften wurde ein Soldat von einer Kugel tödlich am Kopf getroffen.

Die regierungsfeindlichen Demonstranten warfen Steine auf die Soldaten und schleuderten Stahlkugeln mit Katapulten auf sie. Die Auseinandersetzungen wurden erst durch ein schweres Tropengewitter gestoppt.

Die Zusammenstöße ereigneten sich in einem Vorort nördlich der Hauptstadt Bangkok, als rund 900 Soldaten und Polizisten etwa 2.000 Regierungsgegner umstellten. Diese hatten in der Früh das Einkaufsviertel verlassen, in dem sie sich verbarrikadiert haben, und waren zu einer Autobahn gezogen.

"Wir haben keine Angst"
Die Sicherheitskräfte stoppten sie. Die Regierung hatte wiederholt gewarnt, sie werde eine Ausweitung der Proteste über das seit Wochen von der Opposition besetzte Geschäftsviertel in der Innenstadt von Bangkok nicht tolerieren. Einer der Oppositionsführer erklärte dazu am Mittwoch: "Wenn die Streitkräfte meinen, uns mit Gewalt aufhalten zu müssen, bitte. Wir haben keine Angst."

Die Rothemden sind Anhänger des 2006 gestürzten Regierungschefs Thaksin. Sie fordern den Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Abhisit sowie Neuwahlen.

(apa/red)

28.4.2010 16:38