Mittwoch, 28. April 2010

Fettnäpfchenalarm bei britischem Premier:
Brown nennt eine Anhängerin "engstirnig"

  • Hatte unbemerkt noch TV-Mikrofon an seinem Hemd
  • Regierungschef entschuldigt sich sofort bei der Dame

Nur knapp eine Woche vor der Wahl hat sich der britische Premierminister Brown einen peinlichen Patzer erlaubt. Nach einem Gespräch mit einer Wählerin wurde Brown erwischt, wie er diese "engstirnig" nannte. Die Unterhaltung mit ihr sei "ein Desaster" gewesen. Brown gab den Kommentar am Mittwoch ab, als er bei einer Wahlkampfveranstaltung in Rochdale bei Manchester zu seinem Wagen zurückging (DAS VIDEO AUF BBC).

Was er nicht bemerkte: Er hatte noch ein Mikrofon eines Fernsehsenders am Hemd. Der Premier entschuldigte sich umgehend, dass er "etwas Verletzendes" gesagt habe. "Ich werfe mir das selbst vor, man muss aber auch darauf hinweisen, dass ich den Radioleuten behilflich war, in meinem Auto mit eingeschaltetem Mikrofon zum nächsten Termin eilte und es ein privates Gespräch war, dass sie gesendet haben. Solche Dinge können geschehen, und ich entschuldige mich vielmals bei der Dame", sagte Brown. Die konservativen Tories kritisierten den Ausrutscher jedoch sofort.

Brown hatte offensichtlich im Auto zu einem Mitarbeiter gesagt: "Das war ein Desaster - sie hätten mich niemals mit dieser Frau zusammenbringen dürfen. Wessen Idee war das denn? Es ist lächerlich." In dem Gespräch mit der 65 Jahre alten Frau ging es vermutlich um Steuern, die britische Verschuldung und Immigration.

Der Ausrutscher im Endspurt des Wahlkampfes ist äußerst peinlich für den Chef der Labour-Partei. Zumal er schon öfter im Kreuzfeuer der Kritik wegen seines aufbrausenden Charakters stand. Die Briten wählen am 6. Mai ein neues Parlament.

(apa/red)

28.4.2010 16:29
Vasant, 29. 04. '10 14:48
Das schockiert doch niemanden mehr ...
Vor der Kamera versprechen und predigen die Politiker
das Blaue vom Himmel und wenns alleine sind, dann ist
nur mehr ein Gedanke aktiv ... wie kann ich den Leuten
das Geld aus der Tasche ziehen;)

Ein Politiker ist für mich so glaubhaft wie ein Vermögens-
berater, weil wer braucht schon so einen Typen wenn er
oder sie selbst Erfolg hatte und viel Geld gemacht hat;)

Damit der einem angeblich sagt, wie man noch mehr
draus macht? Wenn das solche Genies wären, dann
müsstens nicht den Beruf ausüben, sondern wären
selbst reich;)
Woodentree, 30. 04. '10 10:42
Re: Das schockiert doch niemanden mehr ...
Laut VWL-Studium einer Bekannten sind 90% aller Politiker nur auf den persönlichen Vorteil aus.

Allerdings finde ich die Meldung nicht so dramatisch, wie jeder tut. Pech, dass es soviele gehört haben, aber für mich ist das eig. ähnlich wie eine anstrengende Kundin am Telefon. Wenn mich jemand wirklich unnötig nervt, reagiere ich mich im Anschluss auch bei den Kolleginnen ab - gehört dazu. Dass das auf einer anderen Skala läuft, ist klar, aber da finde ich es eher scheinheilig, dann groß schockiert zu sein, wenn das vermutlich 95 von 100 Leuten selbst schon getan haben (die betroffene Dame vermutlich selbst).